Kurz nach ihrer Gründung ist auch die neue AfD-Jugendorganisation “Generation Deutschland” in NRW ein Fall für den Verfassungsschutz.
Der NRW-Verfassungsschutz hat auch die neue Jugendorganisation der AfD in NRW als rechtsextremistischen Verdachtsfall eingestuft. Wie der WDR am Freitagmorgen aus dem NRW-Innenministerium erfuhr, bestehen gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass es sich bei der “Generation Deutschland Nordrhein-Westfalen” (GD NRW) de facto um eine Fortführung der Gruppe “Junge Alternative NRW” (JA NRW) handelt, die sich im März 2025 formell aufgelöst hatte. Auch die JA NRW stand zu dem Zeitpunkt bereits als Verdachtsfall im Bereich Rechtsextremismus unter Beobachtung.
Führungspersonal weitgehend identisch
Äußerungen von Führungspersonen der GD NRW brachten den Verfassungsschutz zu der Einschätzung, dass die neue Gruppierung der Agenda der Jungen Alternativen NRW folge, erklärte das Ministerium. Darüber hinaus gebe es ein “hohes Maß an personeller Kontinuität in den Führungspositionen der JA NRW und der GD NRW”.
“Wer glaubt, mit der Generation Deutschland hätte sich was geändert, täuscht sich”, erklärte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitagmorgen. Im Kern handele es sich um die alte Organisation mit neuem Namen. Die “Generation Deutschland NRW” habe es selber so erklärt: “Der Geist der ‚Jungen Alternative‘ soll in der GD weiterleben.” Reul sagte weiter: “Unsere Sicherheitsbehörden wissen sehr genau, mit wem sie es zu tun haben und lassen sich durch ein neues Label nicht vom Inhalt ablenken.”
Gründung im Januar
Bei ihrem Gründungstreffen im Januar in Iserlohn hatte die neue AfD-Jugendorganisation Luca Hofrath zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er gilt als ein Vertreter des besonders radikalen Lagers der Gruppe.
Die AfD NRW will diese Einstufung offenbar nicht auf sich sitzen lassen. Auf WDR-Nachfrage teilte der Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion, Martin Vincentz, mit: “Wir schauen uns die Vorwürfe ganz genau an und prüfen rechtliche Schritte dagegen.“
“Generation Deutschland”: Auflösung der JA “sinnlos”
Auf Telegram äußerte sich inzwischen auch der NRW-Landesverband “Generation Deutschland” selber zu seiner Einstufung: Sie sei “weder überraschend noch schockierend”. Man werde weitermachen wie bisher und sich “nicht von unserem richtigen Kurs abbringen” lassen.
“Die Auflösung der JA war sinnlos und hat uns nur ein Jahr Jugendarbeit gekostet”, konstatiert die Gruppierung in dem Post.
Es sei kein Zufall, glauben die Verfasser, dass die Einstufung einen Tag vor dem Landesparteitag der AfD erfolgt sei. Offenbar wolle der Staat Einfluss “zugunsten einer bestimmten Seite nehmen, die die eigene Jugendorganisation stets als Nestbeschmutzer und ‘Mühlstein um den Hals der Partei'” betrachte. Ziel sei es, “einen Spaltkeil in die Partei” zu tragen.
Immer wieder hatten sich Teile der AfD kritisch über die besonders extremistisch auftretende “Junge Alternative” geäußert.
Unsere Quellen:
- Meldung des NRW-Innenministeriums am 06.03.26
- Schriftliches Statement des AfD-Landtagsfraktionsvorsitzenden Martin Vincentz
- Statement “Generation Deutschland” auf Telegram
Sendung: WDR.de, Generation Deutschland wird Verdachtsfall, 06.03.2026, 10.15 Uhr
