Er zählt zu den bedeutendsten europäischen Auszeichnungen: der Aachener Karlspreis. In diesem Jahr wird er an den ehemaligen EZB-Chef Draghi verliehen. Er habe “Großes für Europa geleistet”, erklärt das Direktorium.
Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) und frühere italienische Ministerpräsident Mario Draghi erhält den diesjährigen Karlspreis. Die Auszeichnung zeige, dass die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu einer entscheidenden Frage für den Bestand der EU geworden sei, sagte der Vorsitzende des Direktoriums, Armin Laschet.
Mit Draghi ehre man eine Persönlichkeit, “die zielgerichtet und mit unerschütterlicher Entschlossenheit Großes für Europa geleistet hat”, heißt es in der Begründung. Er habe mit seiner Ankündigung “Whatever it takes (Was auch immer nötig ist)” in einer “dramatischen Situation den Euro gerettet”, erklärte Laschet. Damit habe er den europäischen Binnenmarkt und die Währungsunion vor dem Scheitern bewahrt.
“Europäer müssen enger zusammenstehen”
Der ehemalige EZB-Präsident Draghi zeigte sich “äußerst dankbar” für die Auszeichnung. “Diese Entscheidung kommt zu einer Zeit, zu der Europa viele Feinde hat – vielleicht mehr Feinde denn je, sowohl innere als auch äußere”, sagte der 78-Jährige in einer eingespielten Videobotschaft während der Veranstaltung. Um die Europäische Union zu bewahren, müssten die Europäerinnen und Europäer enger denn je zusammenstehen.
Das Direktorium hob weiter den 2024 von Draghi veröffentlichten und nach ihm benannten Report zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit hervor. Darin hatte er gemahnt, dass die Europäische Union dringend innovativer werden müsse, wenn sie nicht den Anschluss an konkurrierende Wirtschaftsmächte wie die USA und China verlieren wolle.
In der Begründung schließt sich die Jury dieser Einschätzung an: “Die Lage ist dramatisch, Europa droht zum Spielball anderer Mächte zu werden.” Seine Handlungsfähigkeit könne es nur sichern, wenn es wettbewerbsfähiger werde. Wirtschaftliche Stärke sei die Basis für alles andere, so das Gremium.
Adenauer und Churchill unter ersten Preisträgern
Der Karlspreis wird seit 1950 für Verdienste um Europa und die europäische Einigung verliehen. Er ist nach Kaiser Karl dem Großen benannt, der schon zu Lebzeiten als “Vater Europas” bezeichnet wurde. Seit vergangenem Jahr ist die Auszeichnung mit einem Preisgeld von einer Million Euro verbunden, gestiftet von einem Aachener Ehepaar. Dieses Geld soll proeuropäischen Projekten zugutekommen.
Zu den ersten Preisträgern gehörten Bundeskanzler Konrad Adenauer (1954) und der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill (1955). Im vergangenen Jahr ging der Preis an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Er wird traditionell an Christi Himmelfahrt verliehen, dieses Jahr also am 14. Mai.
