Rund um den Internationalen Frauentag sind in Berlin zahlreiche Menschen für mehr Gleichstellung auf die Straße gegangen. Für Montag ruft eine Initiative Frauen zu einem weltweiten Streik auf.
- Zahlreiche Demos rund um Internationalen Frauentag in Berlin und Brandenburg
- 20.000 Teilnehmende bei größter Demo vom Oranienplatz zum Roten Rathaus
- In Brandenburg finden 248 Veranstaltungen verteilt über einen Monat statt
- Großer “Frauenstreiktag” am Montag, 9. März
Zum Internationalen Frauentag am Sonntag, 8. März demonstrieren in Berlin zahlreiche Menschen. Wie ein Polizeisprecher dem rbb am Mittag sagte, haben sich am Oranienplatz in Kreuzberg bereits mehr als 20.000 Menschen versammelt, es gebe aber noch starken Zulauf. Zu der dortigen Demonstration haben der Deutsche Gewerkschaftsbund, Verdi und andere Gruppen unter dem Titel “feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich” aufgerufen. Der Demonstrationszug zieht am Nachmittag zum Roten Rathaus.
Am 8. März gehen in zahlreichen Ländern Frauen für Gleichberechtigung und gegen Unterdrückung auf die Straße. Zur traditionellen Radfahrt linker und lesbischer Frauengruppen “Purple Ride” versammelten sich am Mittag laut Polizei mehrere hundert Menschen am Mariannenplatz in Kreuzberg. Der ist Start- und Endpunkt, die Strecke führt auch durch Mitte. Auch hier gibt es noch Zulauf.
Am Nachmittag sind weitere Demonstrationen zum Frauentag in Berlin geplant. Ab 13 Uhr laufen linke und linksradikale Gruppen unter dem Titel “Feminism Unlimited” von der Schönhauser Allee bis zum Rosa-Luxemburg-Platz, 3.000 Demonstrantinnen werden erwartet. Gefordert wird antifaschistischer und antikapitalistischer Feminismus.
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Frauen demonstrieren für Gleichberechtigung
Protest, Party und Sonderführungen
Die Betonung auf internationale linke Kämpfe setzt eine weitere größere Demonstration mit dem Motto “8. März International” mit 1.200 erwarteten Teilnehmerinnen. Um 15 Uhr geht es am Kottbusser Tor in Kreuzberg los, sie soll an der Reuterstraße in Neukölln enden.
Weitere kleinere Demonstrationen mit jeweils 200 Teilnehmerinnen sind am Alexanderplatz, am Gesundbrunnencenter und abends erneut am Mariannenplatz geplant.
Anlässlich des Frauentags findet im am Sonntag ab 18 Uhr im Forum Factory in Kreuzberg ein Festival mit Konzerten, Filmen, Poetry, Ausstellungen und einer Party statt. Die staatlichen Museen in Berlin bieten am Wochenende teilweise Sonderführungen an, über die Interessierte sich auf den jeweiligen Webseiten der Einrichtungen informieren können.
Bereits am Samstagabend war ein “Protestlauf” vom RAW-Gelände in Friedrichshain nach Kreuzberg und wieder zurück mit 150 Teilnehmerinnen angekündigt. Er richtete sich “gegen Diskriminierung und Ungleichheiten von FLINTA* im und marginalisierten Gruppen im Sport”.
Fast 250 Veranstaltungen in Brandenburg
In Brandenburg sind in dieser Woche bereits die 36. Brandenburgischen Frauenwochen mit dem Motto “WTF – Wut trifft Feminismus” gestartet, die der frauenpolitische Rat Brandenburg koordiniert. “Uns ist aufgefallen, dass es sehr viele Themen gibt, die uns als Feministinnen, als Frauen, als Flinta* sehr wütend machen”, sagt Hanna Steiner vom Autonomen Frauenzentrum als Teil des Beirats, der das diesjährige Motto mitbestimmt hat. “Seien es die Kürzungen, die vor allem queere Organisationen und Frauenorganisationen getroffen hatten oder dass eine Reform der Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs nicht gelungen ist. Dieser Wut wollen wir mit dem diesjährigen Motto Ausdruck verleihen”, so Steiner.
In ganz Brandenburg gibt es den ganzen Monat lang 248 Veranstaltungen [frauenpolitischer-rat.de], die von den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten organisiert und gefördert werden. Stattfinden werden Diskussionsrunden, Ausstellungen, Workshops, Konzerte, Kundgebungen, Lesungen und Treffen für enger gefasste Zielgruppen wie etwa ein Vernetzungstreffen für Alleinerziehende und ihre Kinder mit Osterbasteln in Birkenwerder (Oberhavel), eine Frauenwanderung mit Museumsbesuch in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) oder einen Ostfrauen*Salon in Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark).
“Frauenstreiktag” am 9. März
Für den Montag nach dem 8. März sind in Berlin weitere Demonstrationen angemeldet, meist unter dem Motto “Frauenstreiktag”. Die voraussichtlich größte findet unter dem Titel “Globaler Frauen*streik” zwischen 12 und 18 Uhr am Brandenburger Tor statt mit erwarteten 5.000 Teilnehmerinnen. Man wolle weltweite Bedrohung, Rechtsruck und Angriffe auf Gleichstellungspolitik und Frauenrechte nicht länger hinnehmen.
Am Montag ist auch in diesem Jahr wieder eine Blumenniederlegung am Clara-Zetkin-Denkmal geplant. Das Frauennetz Marzahn-Hellersdorf lädt dazu mit Redebeiträgen von Politiker:innen und Aktivist:innen ein. Aufgrund der aktuellen Umgestaltung des Parks können die Blumen diesmal jedoch nicht direkt am Denkmal niedergelegt werden, sondern nur vor dem Bauzaun.
Wie ein Sprecher der Berliner Polizei rbb|24 sagte, wurde zudem von der Initiative “Töchterkollektiv” für Montag um 15 Uhr eine Kundgebung am Bebelplatz mit 5.000 erwarteten Teilnehmenden angemeldet.
Sendung: Radioeins vom rbb, 08.03.2026, 11:00 Uhr
