Gewalt in Zügen: Jeder dritte Bahnmitarbeiter denkt an Kündigung

Gewalt in Zügen: Jeder dritte Bahnmitarbeiter denkt an Kündigung

Ein Schaffner steht vor einem Zug.

Stand: 07.03.2026 • 05:12 Uhr

Wegen zunehmender Gewalt in Zügen denkt laut einer internen Umfrage fast jeder dritte Bahnmitarbeiter über eine Kündigung nach. Die Hälfte aller Befragten wurde bereits Opfer eines tätlichen Angriffs, bei Verbalattacken liegt die Zahl noch höher.

Der Deutschen Bahn könnte angesichts zunehmender Gewalt in Zügen und Bussen laut einer Befragung eine massive Personalflucht drohen. Fast jeder dritte Mitarbeiter denkt über eine Kündigung nach, wie eine Umfrage der Eisenbahn-Gewerkschaft (EVG) unter ihren Mitgliedern ergab. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete zuerst darüber. Als Grund nannte ein Drittel der Befragten den Anstieg von Unsicherheit und Gewalt.

Zwei Drittel gaben an, sich auf der Arbeit immer unsicherer zu fühlen, die Hälfte hat bereits einen tätlichen Angriff erlebt. Von denjenigen, die mit Kundenkontakt arbeiten, waren 85 Prozent bereits Beschimpfungen, Beleidigungen oder Bedrohungen ausgesetzt.

EVG-Vize: “Bringt das ganze System ins Wanken”

“Die ausufernde Gewalt bringt das ganze System ins Wanken”, mahnte der stellvertretende EVG-Vorsitzende Kristian Loroch. Einen so massiven Personalverlust könne kein Unternehmen kompensieren. Bahnunternehmen und Politik müssten das Problem endlich in den Griff bekommen. “Sonst könnten bald massenhaft Züge und Busse wegen Personalmangels stehenbleiben”, sagte Loroch.

Die Ergebnisse der Befragung belegen einen langjährigen Trend, der im Februar mit dem brutalen Angriff auf den Schaffner Serkan C. gipfelte. Der 36-Jährige war von einem Schwarzfahrer tödlich angegriffen worden.

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