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Israel hat mit Angriffen auf die Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut begonnen. Laut US-Präsident Trump hat der Iran einen Großteil seines Raketen-Arsenals bereits verloren. Die Entwicklungen im Liveblog.
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
Im Krieg gegen den Iran sehen sich die USA haushoch überlegen und für einen längeren Einsatz gewappnet. “Wir haben keinen Mangel an Munition”, sagte Verteidigungsminister Pete Hegseth bei einer Pressekonferenz. Die Vorräte an offensiven und defensiven Waffen ermöglichten es, die Kampagne “so lange aufrechtzuerhalten, wie es nötig ist”. Er trat damit Befürchtungen einiger Demokraten entgegen, die sich zuletzt besorgt über die große Menge Munition gezeigt hatten, die die USA in dem Krieg einsetzen.
Die Regierung im Iran habe sich verkalkuliert, wenn sie davon ausgehe, dass Washington den Einsatz nicht langfristig durchhalten könne, sagte Hegseth weiter. “Das ist eine sehr üble Fehleinschätzung”.
Die US-Streitkräfte haben im Krieg gegen den Iran nach eigenen Angaben bislang über 30 Schiffe versenkt. Darunter befinde sich auch ein Drohnenschiff, teilte das Militär mit. Die Zahl der iranischen Angriffe mit ballistischen Raketen sei seit Kriegsbeginn um 90 Prozent zurückgegangen, sagte der Oberbefehlshaber des US-Zentralkommandos (Centcom), Admiral Brad Cooper.
Die Luftabwehr und die Raketen des Irans sind nach der Darstellung von US-Präsident Donald Trump bereits ganz oder in großen Teilen zerstört. “Sie haben also keine Luftwaffe mehr, sie haben keine Luftabwehr mehr. Alle ihre Flugzeuge sind weg”, sagte Trump in Washington. Zudem seien ihre Raketen zu 60 und ihre Abschussvorrichtungen zu 64 Prozent ausgeschaltet, sagte er. “Sobald sie eine Rakete abschießen, wird die Abschussrampe innerhalb von vier Minuten getroffen.” Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Neben dem Nuklearprogramm und der Marine hatte die US-Regierung das Raketenprogramm des Irans zuvor als wichtigstes Kriegsziel genannt.
Nach dem Senat hat auch das US-Repräsentantenhaus eine Resolution abgelehnt, die dem Kongress mehr Mitsprache im Krieg gegen den Iran gegeben hätte. Das Ergebnis fiel wie im Senat tags zuvor knapp aus: 212 Abgeordnete stimmten für, 219 gegen die Resolution.
Israel hat die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei als vereinbar mit dem Völkerrecht bezeichnet. Gemäß dem Völkerrecht könnten Kommandeure, “die während eines Krieges die Streitkräfte befehligen, legitime militärische Ziele darstellen”, erklärte der für die internationale Presse zuständige israelische Armeesprecher Nadav Shoshani auf X. Chamenei sei als Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte die “höchste militärische Autorität” im Iran gewesen. Er habe “den Einsatz von Gewalt gegen Israel” angeordnet sowie die Finanzierung und Bewaffnung der mit dem Iran verbündeten Milizen in der Region, unter ihnen die Hisbollah im Libanon und die Huthis im Jemen, überwacht.
Der Angriff auf Chamenei sei ausgeführt worden, als dieser “in Begleitung anderer hochrangiger iranischer Militärs war, die ebenfalls legitime militärische Ziele darstellten”, erklärte Shoshani. Laut iranischen Staatsmedien waren bei dem Angriff aber auch Chameneis Frau, einer ihrer Schwiegersöhne und zwei ihrer minderjährigen Enkelkinder getötet worden.
Nach einem Fluchtaufruf für einen Großteil der Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut hat Israels Militär am Abend dort erste Angriffe geflogen. Die Armee habe Infrastruktur der Terrororganisation Hisbollah ins Visier genommen, teilte das israelische Militär mit. Einwohner berichteten von lauten Explosionen und aufsteigendem schwarzem Rauch nach einem Angriff in dem Viertel Haret Hreik. Auch aus anderen Gegenden der Stadt gab es Berichte über Angriffe.
Israels Armee hatte die Bewohner mehrerer Gegenden, darunter Haret Hreik, am Nachmittag dazu aufgefordert, diese zu verlassen. Es war das erste Mal, dass das israelische Militär eine Warnung für ein Gebiet dieser Größe in der Gegend ausgab. Bisher bezogen sich derartige Aufrufe auf bestimmte Wohnhäuser oder deutlich kleinere Gebiete in den Vororten.
Die betroffenen Viertel gelten als Hochburg der proiranischen Hisbollah-Miliz. Sie sind aber auch dicht besiedelte Wohngebiete. Die Hisbollah hatte in der Nacht zu Montag begonnen, als Reaktion auf die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ali Chamenei Raketen auf Israel zu schießen. Seitdem greift auch Israels Militär als Reaktion in mehreren Teilen des Landes wieder massiv Ziele im Libanon an.
