Nahost-Krieg: Aserbaidschan wirft Iran Drohnenangriffe vor

Nahost-Krieg: Aserbaidschan wirft Iran Drohnenangriffe vor

Schäden an einer Schule in Julfa, Aserbaischan.

Stand: 05.03.2026 • 14:49 Uhr

Am sechsten Tag des Kriegs im Nahen Osten soll Iran den Konflikt auf einen weiteren Nachbarstaat ausgeweitet haben: Aserbaidschan meldet zwei Drohneneinschläge nahe der Grenze. Teheran bestreitet offenbar, für den Angriff verantwortlich zu sein.

Im Krieg in Nahost soll der Iran einen weiteren, bisher unbeteiligten Nachbarstaat angegriffen haben: Aserbaidschan macht Teheran für einen Drohnenangriff in seiner autonomen Exklave Nachitschewan verantwortlich und droht mit Vergeltung.

Der Staat Aserbaidschan verurteile den “abscheulichen Terrorakt”, hieß es in einer Erklärung von Präsident Ilham Aliyev. Der Iran müsse Auskunft geben, die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Streitkräfte des Südkaukasus-Staates seien in Einsatzbereitschaft versetzt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Azertag nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates in Baku. Aserbaidschan beteilige sich nicht an Operationen gegen den Iran. Es schütze aber seine territoriale Integrität und werde sie weiter schützen, sagte Aliyev.

Staatlichen Medien zufolge dementiert das iranische Militär, sein Nachbarland mit Drohnen angegriffen zu haben.

Drohnen wohl in Flughafen und nahe Schule eingeschlagen

Nach Angaben des Außenministeriums in Baku hatte eine Drohne die Abfertigungshalle des Flughafens in der Region Nachitschewan getroffen. Eine weitere Drohne soll in der Nähe eines Schulgebäudes abgestürzt sein. Zwei Menschen seien verletzt worden, das Flughafengebäude sei beschädigt.

Die Exklave Nachitschewan ist vom Kernland Aserbaidschans im Südkaukasus abgeschnitten – das Gebiet ist von Armenien, dem Iran und der Türkei umgeben. Solche Angriffe dürften sich nicht wiederholen, heißt es aus Baku. Der Staat am Kaspischen Meer hatte zuletzt seine Beziehungen zu Israel ausgebaut.

Seit Kriegsbeginn hat Iran mehrere Nachbarstaaten angegriffen, darunter nun wohl auch Aserbaidschan.

Rutte: Abgefangene Rakete über Türkei kein NATO-Bündnisfall

Auch die bisher unbeteiligte Türkei soll bereits am Mittwoch Ziel eines iranischen Angriffs gewesen sein. Die Flugabwehr der NATO hätte eine iranische ballistische Rakete zerstört, die auf den türkischen Luftraum zusteuerte, wie die türkische Regierung mitgeteilt hatte.

Allerdings betonte NATO-Generalsekretär Mark Rutte, dass ein Bündnisfall derzeit nicht zur Debatte stehe. “Niemand spricht über Artikel 5”, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. “Das Wichtigste ist, dass unsere Gegner gesehen haben, dass die NATO so stark und so wachsam ist.”

Iran und Israel setzen Angriffe fort

Währenddessen gehen die gegenseitigen Angriffe von Iran und Israel unvermindert weiter. Nach eigenen Angaben hatte die israelische Armee am Vormittag eine neue Angriffswelle auf Teheran geflogen. Parallel gebe es weitere Luftschläge im Libanon.

Im Gegenzug bestätigte Iran, erneute Raketen auf Israel abgefeuert zu haben. Im Großraum Tel Aviv und in Jerusalem heulten Warnsirenen. Auch Irak, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten weitere Angriffe aus Iran.

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