In vielen Ländern der Welt erleben Frauen und Mädchen Rückschritte bei der Gleichberechtigung und wachsende Diskriminierung. Laut UN machen zahlreiche Staaten lange erkämpfte Fortschritte wieder rückgängig.
Kurz vor dem Weltfrauentag am 8. März haben die Vereinten Nationen der Gleichberechtigung von Frau und Mann ein verheerendes Urteil ausgestellt. “Kein Land der Welt hat die vollständige rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht”, sagte Sarah Hendriks von der Frauenorganisation UN Women in New York.
Während es bis 2020 weltweit Fortschritte bei der Gleichberechtigung gab, erleben Frauen und Mädchen nun wieder deutliche Rückschritte. Zahlreiche Staaten schreiben Gesetze so um, dass lange erkämpfte Rechte wieder eingeschränkt werden. Das konsequente Streichen von Gleichberechtigungsprogrammen durch die Trump-Regierung in den USA finde demnach Nachahmer auf der ganzen Welt.
Mehr sexualisierte Gewalt durch Konflikte
Aufgrund der Zunahme von Konflikten und Kriegen weltweit hat nach Angaben von UN Women vor allem die sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen drastisch zugenommen. Am schlimmsten sei die Lage im Sudan, in Haiti und Afghanistan.
Mehr als die Hälfte der Länder weltweit definiere Vergewaltigung etwa nicht auf der Grundlage der Einwilligung. Kinderehen seien in fast Dreiviertel der Staaten ganz oder unter bestimmten Umständen legal. Und in 44 Prozent der Länder gebe es kein Gesetz, das gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit vorschreibe, so Hendriks.
Einer der wenigen Lichtblicke aus Sicht der UN: Immerhin 87 Prozent aller Staaten haben mittlerweile Gesetze gegen häusliche Gewalt und mehr als 40 Länder haben in den letzten zehn Jahren den verfassungsrechtlichen Schutz von Frauen und Mädchen gestärkt.
Mit Informationen von Martin Ganslmeier, ARD-Studio New York
