Zahlreiche Todesopfer nach Einsturz in Coltan-Mine im Ostkongo

Zahlreiche Todesopfer nach Einsturz in Coltan-Mine im Ostkongo

Karte Demokratischen Republik Kongo mit Kinshasa, Rubaya und Ruanda

Stand: 05.03.2026 • 11:26 Uhr

Nach einem Erdrutsch in einer Coltan-Mine im Osten der Demokratischen Republik Kongo sollen mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen sein. Bereits vor diesem Einsturz galt die Mine als äußerst unsicher.

Karin Bensch

Es ist schon der zweite große Vorfall in diesem Jahr in der Coltan-Mine Rubaya im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Bereits vor gut einem Monat gab es dort einen Erdrutsch, der durch heftige Regenfälle ausgelöst worden war, und bei dem mehr als 200 Menschen ums Leben kamen. Das zeigt: Die größte Coltan-Mine im Ostkongo ist nicht sicher für die Menschen, die dort arbeiten.

Während die kongolesischen Behörden davon ausgehen, dass auch diesmal mindestens 200 Menschen bei dem Einsturz getötet wurden, spricht die Rebellenmiliz M23, die die Mine kontrolliert, von lediglich fünf Toten. Zudem habe es keinen Erdrutsch gegeben, sondern eine Bombardierung, so eine Sprecherin der Rebellengruppe M23.

Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Nachrichtenagentur AP zitiert allerdings einen Bergarbeiter vor Ort, der sagte, er habe mitgeholfen, mehr als 200 Leichen aus der Mine zu bergen. Seiner Auskunft nach wollten die Eigentümer der Mine nicht, dass die hohe Zahl der Todesopfer bekannt werde.

DR Kongo produziert großen Anteil des weltweiten Coltans

Die Demokratische Republik Kongo ist ein wichtiger Lieferant von Coltan. Es enthält das seltene Metall Tantal, das für die Herstellung von Mobiltelefonen, Computern und Flugzeugtriebwerken dringend gebraucht wird.

Das Land produzierte 2023 nach Angaben einer US-Behörde etwa 40 Prozent des weltweiten Coltans. Über 15 Prozent des Vorrats an Tantal stammen aus Rubaya. Die Mine hat deshalb eine so große Bedeutung.

Kongolesische Regierung will Kontrolle zurückgewinnen

Rubaya im Ostkongo gehört zum Staatsgebiet der Demokratischen Republik Kongo. Doch vor gut einem Jahr flammten die jahrzehntelangen Kämpfe wieder auf: Die Rebellenmiliz M23 übernahm die Kontrolle über die Region und die Minen. Sie wird unterstützt vom Nachbarland Ruanda.

Laut einem UN-Bericht erhoben die Rebellen seit der Übernahme Steuern auf den Handel und Transport von Coltan und nahmen damit mindestens 800.000 US-Dollar pro Monat ein.

Die kongolesische Regierung will die Kontrolle über das Gebiet zurückbekommen und versucht, das unter anderem mit Hilfe der USA zu erreichen, die ebenso stark interessiert an den wertvollen Rohstoffen sind. Es wurden bereits erste Kooperationsverträge unterzeichnet.

Die M23-Milizen und Ruanda auf der anderen Seite haben offenbar kein Interesse, die Macht über die Minen zurückzugeben. Deshalb ist ein baldiger Frieden im Ostkongo derzeit nicht in Sicht.

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