Das US-Militär meldet mehr als 2.000 Angriffe auf Ziele in Iran und lobt die eigene Schlagkraft. Israel spricht von 1.600 Einsätzen der Luftwaffe. US-Präsident Trump äußert sich zu Munitionsvorräten und Schutz für Schiffe.
In den vier Tagen seit Beginn des Iran-Kriegs haben die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben fast 2.000 Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Innerhalb von weniger als 100 Stunden seien auch 17 iranische Kriegsschiffe zerstört worden, sagte der Chef des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), Admiral Brad Cooper, in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video.
Unter den angegriffenen Zielen sei auch das einsatzfähigste iranische U-Boot gewesen. Es gehe darum, die gesamte iranische Marine-Flotte zu versenken, bekräftigte er. Nun gebe es im Persischen Golf, in der Straße von Hormus und im Golf von Oman kein einziges iranisches Schiff mehr.
Zudem seien iranische Luftabwehrsysteme beschädigt sowie Hunderte Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen, Drohnen und auch Kommandozentren angegriffen worden. Die US-Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
In der Region seien nun mehr als 50.000 Soldaten, 200 Kampfflugzeuge, zwei Flugzeugträger und mehrere Bomber aus den USA im Einsatz, sagte Cooper. Weitere Einheiten seien auf dem Weg. Zuletzt hatten die USA vor mehr als 20 Jahren für den Irak-Krieg eine riesige Streitmacht im Nahen Osten zusammengezogen.
Trump will Straße von Hormus absichern
Es dürfte dabei auch um den Schutz der wirtschaftlich wichtigen Versorgungsroute in der Region gehen. Iran hatte gedroht, die Straße von Hormus zu blockieren und Schiffe in Brand zu setzen. US-Präsident Donald Trump will die Route jetzt absichern lassen – auch mit der US-Marine. “Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren”, schrieb er auf der Plattform Truth Social. Um jeden Preis würden die USA den freien Fluss von Energie für den Rest der Welt sicherstellen.
Israel meldet “breit angelegte Angriffswelle”
Auch die israelischen Streitkräfte nahmen erneut Militäranlagen in Iran unter Beschuss. Die “breit angelegte Angriffswelle” habe unter anderem Abschussrampen und Luftabwehrsystemen gegolten, teilte das Militär mit. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von Explosionen in der Hauptstadt Teheran. Iran feuerte seinerseits Raketen auf Israel ab, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. Sie wurden aber offenbar abgefangen, über Schäden oder Verletzte ist nichts bekannt.
Seit Kriegsbeginn am Samstag meldeten die israelischen Streitkräfte über 1.600 Einsätze der Luftwaffe. Dabei seien etwa 4.000 Geschosse eingesetzt worden, sagte der israelische Militärsprecher Effie Defrin. Damit sei das Ausmaß der Angriffe schon jetzt größer als während des gesamten zwölftägigen Kriegs im Juni vergangenen Jahres, bei dem Israel ebenfalls mit amerikanischer Unterstützung Ziele in Iran unter Beschuss genommen hatte. Seit Samstag habe Israels Militär rund 300 Raketenabschussrampen in Iran zerstört, hieß es in einer Mitteilung der Armee.
Debatte über US-Munitionsvorräte
Als Vergeltung für die israelisch-amerikanischen Angriffe feuerte Iran nach Angaben des US-Militärs mehr als 500 ballistische Raketen und mehr als 2.000 Drohnen ab. “Wir sehen, dass die Fähigkeit des Irans abnimmt, uns und unsere Partner zu treffen, während unsere Kampfkraft hingegen zunimmt”, betonte US-Admiral Cooper. Israels Militär war zu Beginn des Krieges am Samstag davon ausgegangen, dass Iran über rund 2.500 ballistische Raketen verfügte.
US-Präsident Trump widersprach Befürchtungen, wonach den USA die Munition ausgehen könnte. Die USA verfügten über eine “praktisch unbegrenzte Vorratsmenge” an Munition, schrieb er auf Truth Social. Kriege könnten damit “auf ewig” und sehr erfolgreich geführt werden, teilte Trump mit.
US-Senator Mark Kelly, ein prominentes Mitglied des Streitkräfte-Ausschusses, hatte zuvor entsprechende Sorgen bei CNN geäußert. Die Iraner verfügten über riesige Vorräte an vergleichsweise billigen Kamikaze-Drohnen sowie Mittel- und Kurzstreckenraketen und könnten noch viel mehr davon herstellen, warnte er.
Auch in der Nacht trafen iranische Raketen und Drohnen Ziele in der Golfregion, etwa den auch vom US-Militär genutzten Stützpunkt Al-Udeid in Katar. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte, zwei Marschflugkörper über dem Gebiet al-Chardsch südlich von Riad abgefangen zu haben. Die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur berichtete zudem unter Berufung auf einen Sprecher des Verteidigungsministeriums, neun Drohnen seien unmittelbar nach dem Eindringen in den Luftraum des Landes abgefangen worden. In der Nähe des US-Konsulats in Dubai löste ein Drohnenangriff ein Feuer aus.
Auch zwischen Israel und der Hisbollah gingen die Kampfhandlungen weiter. Bei israelischen Angriffen wurden in der Nacht nach libanesischen Angaben mindestens elf Menschen getötet, die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete vier weitere Tote bei einem Angriff im Ostlibanon. Zuvor hatte die Hisbollah-Miliz erklärt, den israelischen Marinestützpunkt in Haifa im Norden Israels mit Raketen angegriffen zu haben.
