Nach den Flugausfällen wegen des Iran-Krieges ist ein erstes Flugzeug aus Dubai in Frankfurt gelandet. Am Abend soll ein weiterer Emirates-Flieger in München landen. Tausende Passagiere und Urlauber sitzen weiterhin in der Krisenregion fest.
Ein erstes Flugzeug der Airline Emirates aus Dubai ist nach den zahlreichen Flugausfällen wegen des Iran-Krieges in Frankfurt am Main gelandet. Auch auf einer Anzeigetafel im Ankunftsbereich des Flughafens wurde die Landung angezeigt. Die Airline äußerte sich zunächst nicht dazu, wie viele Passagiere an Bord waren.
Auch Richtung München ist ein Sonderflug unterwegs. Eine Sondermaschine von Emirates aus Dubai soll am Abend am Münchener Flughafen ankommen. Der Flug EK 8051 soll gegen 19.30 Uhr in München landen, wie ein Flughafensprecher auf Anfrage mitteilte. An Bord sind nach Angaben eines Sprechers des Reisekonzerns TUI voraussichtlich rund 200 TUI-Gäste.
Zehntausende Menschen sitzen fest
Seit dem Wochenende sitzen derzeit noch Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Viele Staaten haben ihren Luftraum geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest. Der Deutsche Reiseverband (DRV) schätzt, dass allein rund 30.000 Kundinnen und Kunden deutscher Reiseveranstalter betroffen sind. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts nannte dies “eine einigermaßen verlässliche Größe”.
Am Samstag hatten die Vereinigten Arabischen Emirate eine teilweise Schließung ihres Luftraums angekündigt und alle Flüge an den Flughäfen von Dubai ausgesetzt. Am Montagabend teilte das Medienbüro von Dubai mit, es werde wieder eine kleine Anzahl an Flügen möglich. Die Fluggesellschaft Emirates erklärte, eine begrenzte Anzahl an Rückkehrer- und Frachtflügen laufe wieder. Die emiratische Fluggesellschaft Etihad Airways mit Sitz in Abu Dhabi flog laut Flugzeugtrackern unter anderem London, Paris, Amsterdam und Moskau an.
Der Reisekonzern TUI rechnet damit, seine im Nahen Osten festsitzenden Kunden binnen einiger Tage zurückzuholen. Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel bei n-tv. “Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können”, sagte Ebel.
Bundesregierung plant Rückholaktion
Das Auswärtige Amt bereitet nach Angaben von Außenminister Johann Wadephul die Rückholung besonders schutzbedürftiger Personen aus der Region vor. Geplant sind demnach gecharterte Maschinen in die Hauptstädte Riad (Saudi-Arabien) und Maskat (Oman).
Grundsätzlich sieht die Bundesregierung jedoch Reiseveranstalter und Fluglinien in der Pflicht, ihre Kunden zurückzubringen. Das Bereitstellen von Flügen für besonders vulnerable Gruppen sei “das Mittel zweiter Wahl”, sagte Wadephul. “An allererster Stelle müssen natürlich die Reiseverkehrsunternehmen hier eintreten. Und an dritter Stelle, wenn all das nicht reichen sollte, dann würden wir gegebenenfalls auf die Bundeswehr zurückgreifen.”
Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann verlangte von der Bundesregierung einen entschlosseneren Einsatz zur Rückholung deutscher Staatsbürger aus Nahost. “Die Bundesregierung muss jetzt dafür Sorge tragen, dass die Zivilistinnen und Zivilisten, die in der Region festsitzen, weil es keine Möglichkeit für Flüge gibt, nach Deutschland kommen können”, forderte Haßelmann. “Wir haben hier eine Schutzverantwortung.” Es müssten alle Hebel für eine Rückkehr in Bewegung gesetzt werden.
Wadephul korrigiert sich
Außenminister Wadephul korrigierte unterdessen eine Äußerung über den Zeitpunkt der Reisewarnung. “Ich bedaure den Irrtum im @heutejournal gestern”, schrieb der CDU-Politiker auf X. Die formelle Reisewarnung für die Golfstaaten bestehe in der Tat seit dem 28. Februar, ergänzte er. Das deutsche Außenministerium warne seit Mitte Januar vor einer möglichen Eskalation und Einschränkungen im Flugverkehr.
Wadephul hatte am Montagabend in der Sendung auf mehrere Nachfragen von Moderatorin Marietta Slomka mehrfach darauf beharrt, dass es bereits vor dem 28. Februar eine Reisewarnung gegeben habe.

