Trotz aller Bemühungen um Gleichberechtigung: In gerade mal jedem zehnten Paarhaushalt verdient die Frau mehr als der Mann. Kommen Kinder hinzu, fällt die Statistik noch ernüchternder aus.
Nur in wenigen Fällen trägt die Frau in Deutschland einen größeren Teil zum gemeinsamen Einkommen bei als der Mann. Lediglich in jedem zehnten Paarhaushalt (9,9 Prozent) hatte 2025 die Frau ein höheres Nettoeinkommen als ihr Ehe- oder Lebenspartner. Das teilt das Statistische Bundesamt zum Internationalen Frauentag am 8. März anhand von EU-Daten mit. Damit ist der Anteil der Frauen als Hauptverdienerinnen seit dem Jahr 2021 – als er bei 10,5 Prozent lag – sogar leicht gesunken.
Als Haupteinkommensperson gilt, wer mit seinem persönlichen Nettoeinkommen 60 Prozent oder mehr zum Gesamteinkommen des Paares beiträgt. Bei 55,8 Prozent der zusammenlebenden Paare war der Mann der Hauptverdiener. In gut jedem dritten Fall (34,3 Prozent) lagen die Einkommen in etwa gleichauf.
Mehr Frauen in Teilzeit
Noch deutlicher wird der Unterschied bei Familien mit Kindern. Hier sind Frauen noch seltener die Hauptverdienerinnen: Ihr Anteil liegt bei nur 7,7 Prozent. In knapp zwei von drei Paarhaushalten mit Kindern (64,6 Prozent) ist dagegen der Mann die Haupteinkommensperson. In 27,7 Prozent der Fälle hatten beide Partner ein ähnlich hohes Einkommen.
Die Statistikerinnen und Statistiker führen die größeren Einkommensunterschiede bei Paaren mit Kindern auch auf die unterschiedliche Erwerbstätigkeit zurück. “Mütter arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit als erwerbstätige Frauen insgesamt”, hieß es. “Bei den erwerbstätigen Männern ist es umgekehrt: Hier arbeiten Väter sogar seltener in Teilzeit.”
Frauen werden schlechter bezahlt
An diesen Relationen hat sich auch mit den neuesten Zahlen wenig geändert. Sie zeigen vielmehr, dass sich die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern bei den Einkommen in den vergangenen Jahren kaum verringert hat. Der Anteil der Hauptverdienerinnen ist leicht gesunken – von 10,5 Prozent im Jahr 2021 auf 9,9 Prozent im Jahr 2025.
“Diese ungleiche Verteilung von Einkommen spiegelt die schlechtere Entlohnung von Frauen wider”, kritisierte Bettina Kohlrausch, die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Die Lohnlücke liege bei 16 Prozent; selbst bei vergleichbarer Tätigkeit, gleicher Qualifikation und ähnlicher Erwerbsbiografie betrage sie noch sechs Prozent.
