Auch am vierten Tag des Krieges gehen die Bombardements Israels und der USA weiter. Im Fokus dabei: Teheran und Beirut. Doch auch Iran und seine Verbündeten greift weiter an: In Saudi-Arabien wurde die US-Botschaft getroffen.
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben am frühen Dienstagmorgen zeitgleiche Luftangriffe auf Ziele in Beirut und Teheran geflogen. Die israelische Luftwaffe habe “gezielte Angriffe auf militärische Ziele des iranischen Terrorregimes und der Terrororganisation Hisbollah begonnen”, erklärten die israelischen Streitkräfte.
Streitkräfte rücken im Libanon vor
Verteidigungsminister Israel Katz kündigte zudem an, dass das Militär im Libanon weiter vorrücken wolle. “Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ich haben die israelischen Streitkräfte angewiesen, vorzurücken und weitere strategische Stellungen im Libanon unter Kontrolle zu bringen.” Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten eine große Rauchwolke, die über der libanesischen Hauptstadt Beirut aufstieg.
Die israelische Armee gab zudem bekannt, als “vorausschauende Verteidigungsmaßnahme” seine Truppen entlang der Grenze zum Südlibanon verstärkt zu haben. Dies sei jedoch “keine Bodenoffensive”. Mit der Truppenverstärkung solle “die Sicherheit unserer Bevölkerung gewährleistet werden”.
USA: “Schwerste Angriffe stehen noch bevor”
Aus dem Iran berichteten AFP-Reporter am Morgen von lauten Explosionen im Norden von Teheran. Iranischen Medienangaben zufolge waren auch in den Städten Karadsch und Isfahan Explosionen zu hören.
In der Nacht zum Dienstag hatte das israelische Militär erklärt, den Sitz des iranischen Staatsrundfunks Irib im Norden der Hauptstadt Teheran “angegriffen und zerstört” zu haben. Der Sender widersprach jedoch. Um die Zivilbevölkerung zu schützen, hatte das israelische Militär zuvor in persischer Sprache zur Evakuierung des Gebietes aufgerufen.
US-Außenminister Marco Rubio kündigte an, “die schwersten Schläge des US-Militärs stehen noch bevor”. Einen Einsatz von Bodentruppen schloss er nicht explizit aus: “Wir sind davon überzeugt, dass die Ziele dieses Einsatzes – die Zerstörung der ballistischen Raketen, deren Abschussvorrichtungen und Produktionsanlagen – ohne den Einsatz von Bodentruppen erreicht werden können.” Bislang kamen bei den Kämpfen Hunderte Zivilisten ums Leben. Das US-Militär meldete sechs getötete Soldaten.
Drohnenangriff auf US-Botschaft
Auch Iran und seine Verbündeten greifen weiter an. So erklärte die pro-iranische Hisbollah-Miliz, sie habe drei Militärstützpunkte in Israel attackiert. “Als Reaktion auf die kriminelle israelische Aggression gegen Dutzende libanesischer Städte und Ortschaften” seien die Luftwaffenstützpunkte Ramat David und Meron im Norden Israels mit Drohnen angegriffen worden, erklärte die Hisbollah. Zudem sei die Militärbasis Nafah auf den von Israel besetzten Golanhöhen mit Raketen beschossen worden.
Saudi-Arabien meldete einen Drohnenangriff auf die US-Botschaft in Riad. Nach saudischen Angaben sei es zu einem Brand gekommen. Auch an der Botschaft in Kuwait war es gestern offenbar zu einem Brand gekommen – beide Vertretungen bleiben heute geschlossen.
Die iranische Revolutionsgarde erklärte zudem, einen US-Stützpunkt in Bahrain mit Raketen und Drohnen attackiert zu haben. Angesichts des Krieges hatte das US-Außenministerium Amerikaner in mehr als einem Dutzend Ländern in der Region bereits dazu aufgerufen, diese sofort zu verlassen.
