Anthropic und das US-Militär: Die nächste Runde im KI-Streit

Anthropic und das US-Militär: Die nächste Runde im KI-Streit

Trump hält im US-Kongress eine Rede.

Stand: 02.03.2026 • 14:42 Uhr

Der Streit zwischen dem Pentagon und der KI-Firma Anthropic geht in die nächste Runde. Und er betrifft auch den Rivalen OpenAI, der nach eigenen Angaben nun eine Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium getroffen hat.

Im Streit zwischen dem Pentagon und dem OpenAI-Konkurrenten Anthropic über die Verwendung von KI-Software im US-Militär hat US-Präsident Donald Trump ein Machtwort gesprochen. Alle Bundesbehörden sollten unverzüglich aufhören, Anthropic-Software zu nutzen, teilte Trump am Wochenende auf seiner Plattform Truth Social mit. “Wir brauchen sie nicht, wir wollen sie nicht und werden nie wieder mit ihnen Geschäfte machen!”, schrieb er weiter.

Für Behörden wie das Verteidigungsministerium, die bislang Anthropic-Technologie nutzen, solle eine sechsmonatige Übergangsfrist gelten. Trump drohte der Firma, die er als “radikal linkes, wokes Unternehmen” beschimpfte, sie solle sich in dieser Phase besser “kooperativ” zeigen. Andernfalls wolle er die “volle Macht des Präsidentenamtes” einsetzen und diese zum Einlenken bewegen. Trump kündigte “schwerwiegende zivil- und strafrechtliche Konsequenzen” an, sollte sich Anthropic nicht fügen.

Darum geht es im Streit

Das Unternehmen hatte als Grenzen für die Verwendung seiner KI-Software im US-Militär ihrem Chef Dario Amodei zufolge durchsetzen wollen, dass seine KI weder für Massenüberwachung in den USA noch in komplett autonomen Waffen eingesetzt wird. Das Verteidigungsministerium hatte deshalb gedroht, Anthropic als ein Lieferketten-Risiko einzustufen, was das Geschäft des Unternehmens in den USA drastisch einschränken würde.

Am Wochenende eskalierte der Streit schließlich: Pentagon-Chef Pete Hegseth ordnete an, Anthropic als “Supply-Chain Risk to National Security”, also als Lieferketten-Risiko für die nationale Sicherheit, einzustufen. Mit sofortiger Wirkung dürften Auftragnehmer, Zulieferer oder Partner des US-Militärs keine Geschäfte mehr mit dem Unternehmen machen, schrieb Hegseth bei X.

Anthropic beharrt auf Einschränkungen

Das Verteidigungsministerium will nur mit KI-Firmen zusammenarbeiten, die “jedem legalen Einsatz” ihrer Software zustimmen. Anthropic beharrt jedoch darauf, dass die von der Firma geforderten Einschränkungen wichtig seien.

So warnte Amodei, dass Künstliche Intelligenz es möglich mache, über das Netz verstreute Daten einzelner Menschen in großem Stil automatisiert zu einem ausführlichen Bild ihres Lebens zusammenzusetzen. Und zugleich sei KI noch nicht verlässlich genug, um in vollständig autonomen Waffen eingesetzt zu werden. “Wir werden nicht wissentlich ein Produkt liefern, das Amerikas Krieger und Zivilisten in Gefahr bringt”, schrieb der Anthropic-Chef.

Anthropic kündigte an, die Einstufung als Risiko für die Lieferkette durch das Pentagon gerichtlich anzufechten. “Kein Maß an Einschüchterung oder Bestrafung durch das Kriegsministerium wird unsere Haltung zur Massenüberwachung im Inland oder zu vollständig autonomen Waffen ändern”, hieß es in der Erklärung weiter.

OpenAI trifft Vereinbarung mit Pentagon zu KI-Verwendung

Anthropic wetteifert mit ChatGPT-Betreiber OpenAI darum, ihre Software mit Künstlicher Intelligenz in Unternehmen und Behörden unterzubringen. OpenAI hat sich nach eigenen Angaben nun mit dem US-Verteidigungsministerium auf die Verwendung seiner Software beim Militär geeinigt.

“Heute Abend haben wir mit dem Kriegsministerium eine Vereinbarung getroffen, unsere Modelle in dessen klassifiziertem Netzwerk einzusetzen”, schrieb OpenAI-Chef Sam Altman am Wochenende auf der Plattform X. Pentagon-Chef Hegseth repostete das Statement, ebenso wie der ranghohe Beamte Emil Michael.

Altman erläuterte weiter, zwei der wichtigsten Sicherheitsprinzipien von OpenAI seien das Verbot inländischer Massenüberwachung sowie die menschliche Verantwortung für den Einsatz von Gewalt, einschließlich autonomer Waffensysteme. “Das Kriegsministerium stimmt diesen Prinzipien zu, verankert sie in Gesetz und Richtlinien, und wir haben sie in unsere Vereinbarung aufgenommen.” Weitere Details des Deals waren zunächst nicht bekannt.

Altman: Gleiche Bedingungen für alle KI-Unternehmen

In seinem Statement auf X rief OpenAI-Chef Altman das Pentagon zugleich dazu auf, diese gleichen Bedingungen allen KI-Unternehmen anzubieten – “Bedingungen, die unserer Meinung nach jedes Unternehmen akzeptieren sollte”.

Man habe den Wunsch nach Deeskalation zum Ausdruck gebracht. Er erklärte auch, dass OpenAI technische Schutzmaßnahmen entwickeln werde, um sicherzustellen, dass sich die Modelle wie vorgesehen verhielten, was auch dem Wunsch des Ministeriums entspreche.

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