Nach Angriffen von Iran: Tausende Reisende sitzen in Golfregion fest

Nach Angriffen von Iran: Tausende Reisende sitzen in Golfregion fest

Rauch über der Stadt Manama, Bahrain

Stand: 01.03.2026 • 13:14 Uhr

Nach iranischen Angriffen steigen Rauchsäulen über arabischen Großstädten auf. Die Golfstaaten bemühen sich, zu beruhigen. Doch Flughäfen sind lahmgelegt. Tausende Reisende sitzen fest.

Moritz Behrendt

Am zweiten Tag in Folge hat Iran großflächig US-Militärstützpunkte in der Region angegriffen. Immer wieder sind Explosionen zu hören – meistens das Geräusch, wie Geschosse aus Iran in der Luft zerstört werden. Doch es gab auch Einschläge – von Drohnen oder Raketenteilen, die durch die Abwehr nur teilweise zerstört werden konnten.

In der Nacht verkündete das Verteidigungsministerium in Katar, dass “zahlreiche Wellen” von Raketen und Drohnen aus Iran abgefangen worden seien. Insgesamt hätten die Streitkräfte 65 Raketen und zwölf Drohnen registriert. Katar, wie auch die anderen Golfstaaten, versucht den Eindruck zu vermitteln, es habe alles im Griff: Es gibt hier und dort Schäden, aber nur sehr wenige Menschen wurden verletzt.

Dabei sind die Schäden beträchtlich: In Bahrain brannte ein Wohnhaus lichterloh, in Dubai geriet ein Hotel in Brand, am Flughafen der Stadt gab es einen “Vorfall” mit mehreren Verletzten, wie die Behörden meldeten.

Image von sicheren Reisezielen in Gefahr

Es sind Bilder, die am Image der Golfstaaten kratzen. Gerade Dubai, Abu Dhabi und Doha haben sich lange als sichere Ziele für Touristen aus aller Welt präsentiert. Jetzt sitzen dort Tausende Reisende fest, weil die Flughäfen durch den Krieg in der Region lahmgelegt sind.

Die Regierungen der Golfstaaten sind bemüht, dass nicht der Eindruck von Panik oder Unsicherheit entsteht. Sie fordern daher ihre Bürger auf, keine Informationen weiterzuleiten, die nicht von den Behörden bestätigt wurden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur in Bahrain mitteilte, wurden in dem Inselstaat sogar zwei Personen festgenommen, weil sie Videos von aktuellen Ereignissen gefilmt und veröffentlicht haben.

Wichtigste Einnahmequelle bedroht

Auch die wichtigste Einnahmequelle der Golfstaaten ist durch den Krieg bedroht: der Export von Erdöl und Erdgas. Per Funkspruch warnte die Islamische Revolutionsgarde die Besatzungen von Tankern, dass die Durchfahrt durch die Straße von Hormus verboten sei. Reedereien haben daraufhin ihre Fahrten durch die Meerenge eingestellt. Üblicherweise laufen hier 20 Prozent der weltweiten Öllieferungen durch.

Die Regierungen der arabischen Staaten verurteilten den Beschuss durch Iran scharf. Die Kritik am israelisch-amerikanischen Angriffskrieg auf Iran fällt dagegen vergleichsweise leise aus.

Demonstrationen – aber noch keine Kampfansage

Es gibt jedoch auch Unterstützung für das iranische Regime. Nach dem Tod des Revolutionsführers Ali Chamenei versuchten aufgebrachte Schiiten in Bagdad zur US-Botschaft in der stark gesicherten Grünen Zone der irakischen Hauptstadt vorzudringen. Sie wurden von Sicherheitskräften mit Tränengas zurückgedrängt.

Pro-iranische Milizen bekundeten ihre Solidarität mit dem Regime in Teheran, etwa die Hisbollah im Libanon oder auch die Huthi im Jemen. Deren Anführer Abdul-Malik al-Huthi verkündet in einer Ansprache, seine Gruppe sei bereit für alle Entwicklungen. Er rief die Jemeniten zu einer Großdemonstration in Sanaa auf.

Die Solidaritätsbekundungen und Demonstrationen sind bislang aber keine ganz starke Kampfansage an Israel und die USA. Noch haben die pro-iranischen Milizen nicht im großen Stil in den Krieg eingegriffen.

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