Extremwetter: Schnee satt in Spanien

Extremwetter: Schnee satt in Spanien

Ein Skifahrer ist im Skigebiet Astún zu sehen.

Stand: 01.03.2026 • 04:09 Uhr

Im Norden Spaniens ist das Glück gerade mehr als zwei Meter dick. So hoch liegt der Schnee in den Pyrenäen. Viele Menschen zieht es auf die Pisten. Doch Meteorologen haben einen eigenen Blick darauf.

Sebastian Kisters, HR

In diesen Tagen ist es kaum mehr möglich, ein Zimmer in den Skigebieten der Pyrenäen zu bekommen. “Bis Ostern sind wir ausgebucht”, sagt ein Hotelier in Candanchú, einem Ort nahe der französischen Grenze.

So lange wird der Schnee wohl halten, denken sie hier. Mindestens. Es gab zuletzt Tage, da hat es unaufhörlich geschneit.

Hotels ausgebucht

Dani Cruz, ein Skilehrer im benachbarten Astún, spricht von “Massen tollen Schnees”. Er kann sich sogar vorstellen, dass sie die Saison hier in diesem Jahr verlängern.

Die beiden Skigebiete liegen auf einer Höhe zwischen rund 1.600 und 2.400 Metern. Schneekanonen an den Pisten erzählen davon, dass die diesjährigen Schneemassen keine Selbstverständlichkeit sind.

Im Skigebiet Astún in den Pyrenäen ist die Freude groß. Der Schnee liegt ganz oben bis zu vier Meter hoch.

Neun Sturmtiefs

Albert Barniol erklärt im spanischen Fernsehen seit Wochen, dass dies ein “außergewöhnlicher Winter” ist. Eine besondere Wetterlage habe dazu geführt, dass in diesem Jahr bereits neun Sturmtiefs die iberische Halbinsel überquert hätten. Vor allem in Portugal und im Süden Spaniens sorgte das für heftige Überschwemmungen. In vielen Gebirgen dagegen für reichlich Schnee.

So freuen sich nicht nur die Gebiete in den Pyrenäen über gute Ski-Bedingungen, sondern auch in der Sierra Nevada im Süden Spaniens. Hier kann man sogar auf über 3.000 Metern Höhe auf die Piste gehen. Der Schnee liegt dort rund vier Meter hoch.

Freude auf den Bergen, Erleichterung in den Gegenden rundum. Die Talsperren sind so voll, wie nie zuvor Ende Februar. In den vergangenen Jahren waren Spaniens Stauseen zu diesem Zeitpunkt zu rund 55 Prozent gefüllt. Derzeit liegt der Stand bei 83 Prozent.

Trinkwasser für Barcelona

Vor allem in Teilen Kataloniens freut das viele Menschen. Der Stausee “Sau”, der Barcelona mit Trinkwasser versorgt, war zuletzt fast ausgetrocknet. In der Metropole wurde vor zwei Jahren auf Plakaten gewarnt: “Alaram! Der Regen fällt nicht mehr vom Himmel!”. Ohne Entsalzungsanlagen wäre die Stadt nicht überlebensfähig gewesen. Aktuell ist der Stausee “Sau” zu 88 Prozent gefüllt. Die neun Sturmtiefs haben es möglich gemacht.

Lidia Mongay hat ein Restaurant am Rande des Sees. Sie sagt, die vergangenen Jahre seien schlimm gewesen. Tanklaster hätten die Gegend versorgen müssen. Menschen, Tiere, Bauernhöfe hätten sehr gelitten. Sie verspüre gerade eine “schöne innere Ruhe”, weil der See so voll sei. Die Angst vor Waldbränden sei auch nicht mehr allgegenwärtig.

TV-Meterologe Albert Barniol erklärt, dass ein Zusammenhang des ungewöhnlichen Wetters mit dem Klimawandel besteht, sei offensichtlich.

Einfluss des Klimawandels

Viele Meteorologen teilen diese Entspannung jedoch nicht. Spanien habe zu Beginn dieses Jahres vielmehr ein weiteres Wetter-Extrem erlebt. Vielerorts fiel in dort in den ersten Wochen des Jahres so viel Regen wie gewöhnlich in einem ganzen Jahr. Albert Barniol, Meteorologe vom spanischen Fernsehen sagt, gerade würden die genauen Ursachen der heftigen Niederschläge untersucht. “Es ist aber offensichtlich, dass der Klimawandel Einfluss aufs Wetter hat.”

Immerhin: Im Norden des Landes – an und in den Pyrenäen – sind es ausnahmsweise mal schöne Nebenwirkungen extremen Wetters. Auch an diesem Wochenende werden viele Familien Skis und Schlitten packen und in die Berge fahren.

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