Tritt das Gebäudemodernisierungsgesetz wie geplant in Kraft, könnte der Bedarf an Biogas steigen. Wirtschaftsministerin Reiche setzt auf Importe aus der Ukraine – und will auch in Deutschland fördern lassen.
Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) will vor dem Hintergrund des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes die Förderung von heimischem Gas ausweiten: “Wir haben eigene Reserven in Deutschland”, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Entscheidend sei, ob das Gas zu guten Bedingungen förderfähig sei. Darüber müsste man sprechen, “gerade in so herausfordernden geopolitischen Zeiten”.
Es müsse “sehr sensibel zwischen Umweltinteressen und Rohstoffversorgung abgewogen werden”. Reiche verwies darauf, dass die Bundesregierung den Niederlanden ermöglicht habe, ein Gasfeld in der Nordsee zu explorieren. “Das sollte – bei aller berechtigten Sorge um Meeresschutz – auch von deutscher Seite aus möglich sein”, sagte sie.
Biogas aus der Ukraine?
Um die Regelungen des geplanten Gesetzes zu erfüllen, will Reiche grüne Brennstoffe auch aus der Ukraine importieren, die “Biogas in großen Mengen” anbiete. “Wir haben hier noch regulatorische Herausforderungen auf Seiten der Ukraine und der EU. Aber wenn diese gelöst sind, können wir mit signifikanten Biomethanimporten rechnen”, sagte Reiche.
Nach den Plänen von Schwarz-Rot müssen neue Gas- und Ölheizungen ab Januar 2029 mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Kraftstoffe betrieben werden. Kritiker monieren unter anderem, dass “grüne Gase” nicht in ausreichenden Mengen verfügbar seien und die Kosten dafür steigen werden. Verbrauchern drohe daher eine Kostenfalle.
