marktbericht
Ein robustes Auslandsgeschäft gibt der Deutschen Telekom Rückenwind. Für das laufende Jahr peilt die Telekom einen Anstieg des Betriebsgewinns um rund sieben Prozent an.
Die US-Tochter T-Mobile bleibt der Eckpfeiler für das Wachstum der Deutschen Telekom: Sie steigerte ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent. Und auch beim Kundenzuwachs ging es nach oben: Im vergangenen Jahr steigerte T-Mobile die Service-Umsätze um 7,8 und den operativen Gewinn um knapp sieben Prozent. Damit lässt die US-Tochter der Deutschen Telekom auch die US-Konkurrenten AT&T und Verizon hinter sich.
Wenig überraschend ist es angesichts dieser Zahlen, dass die Deutsche Telekom über eine Erhöhung ihrer Beteiligung an T-Mobile nachdenkt – man prüfe “Möglichkeiten, unsere Beteiligung weiter zu erhöhen, sofern dies strategisch sinnvoll und finanziell attraktiv ist”, hieß es heute. Der Bonner Konzern hält knapp 53 Prozent an T-Mobile.
Rekorddividende für Aktionäre
Getragen von den guten Auslandsgeschäften legte der Bonner Konzern heute einen überraschend optimistischen Ausblick vor. “Wir liefern weiterhin verlässliches und nachhaltiges Wachstum”, sagte Firmenchef Tim Höttges bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Umsatz und operativer Gewinn stiegen 2025 um jeweils knapp drei Prozent auf 119,08 beziehungsweise 44,24 Milliarden Euro.
Der Free Cash Flow, der als Gradmesser für die Dividendenhöhe gilt, stieg um zwei Prozent auf 19,55 Milliarden Euro. Von der guten Geschäftsentwicklung sollen nun auch die Anleger profitieren, sie sollen dieses Jahr pro Aktie einen Euro Dividende bekommen und damit so viel wie noch nie. Das hatte der Telekomriese bereits Mitte November bei Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal mitgeteilt. Darüber hinaus will sie in den kommenden Monaten eigene Anteile im Volumen von zwei Milliarden Euro zurückkaufen.
Aktie seit Jahresbeginn deutlich im Plus
Für 2026 peilt der Konzern beim Betriebsergebnis ein Plus von sieben Prozent auf 47,4 Milliarden Euro an. Der Mittelzufluss soll um 1,5 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro steigen. Ab 2027 könne wegen geringerer Investitionen in den USA mit einem beschleunigten Wachstum beim Free Cash Flow gerechnet werden.
An der Börse stützen die Nachrichten die Aktie. Am Vormittag ging es für das Papier zuletzt um knapp 0,8 Prozent nach oben auf 33,71 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits etwas mehr als ein Fünftel an Wert gewonnen. Die Trends des Telekomanbieters außerhalb des US-Geschäfts T-Mobile US seien solide, schrieb Polo Tang von der Schweizer Bank UBS in seiner ersten Einschätzung.
Geschäft mit der KI?
Denn neben dem US-Geschäft profitierte der Bonner Konzern im vergangenen Jahr von einer anziehenden Cloud-Nachfrage. Die IT-Dienstleistungstochter T-Systems verbuchte 2025 ein überdurchschnittliches Gewinnplus. Das operative Ergebnis stieg um fast 16 Prozent auf 427 Millionen Euro. Der Auftragseingang wuchs um 4,2 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro.
Diese Entwicklung werde 2026 voraussichtlich an Dynamik gewinnen: Anfang Februar nahm die Telekom in München ihre industrielle KI-Cloud in Betrieb. Das Unternehmen wertet diese Anlage als Referenzprojekt für die Bewerbung um den Bau einer deutschen KI-Gigafactory.
In Europa sollen insgesamt fünf dieser besonders leistungsstarken Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) entstehen. Damit wollen sich heimische Firmen unabhängiger von außereuropäischen Anbietern machen.
Glasfaserausbau soll weiter wachsen
Auf dem deutschen Heimatmarkt musste der Konzern 2025 insgesamt einen Rückgang von 0,4 Prozent hinnehmen. Als Grund führt die Telekom geringere Endgeräteumsätze an. Die Service-Umsätze stiegen indessen organisch um 1,1 Prozent.
Und auch der Ausbau der Glasfaseranschlüsse nimmt an Tempo zu: “2025 haben wir 2,5 Millionen neue Glasfaseranschlüsse in Deutschland gebaut – das ist mehr als alle Wettbewerber zusammen”, sagte Konzernchef Höttges in Bonn. Zu den Konkurrenten gehören die Deutsche Glasfaser, Vodafone und NetCologne. Dieses Jahr sollen es erneut mindestens 2,5 Millionen sein. Damit liegen die Glasfaser-Kabel des Magenta-Konzerns bereits bei 12,6 Millionen Haushalten in Deutschland – 2030 sollen es etwa doppelt so viele sein, und zwar mindestens 25 Millionen sein.
Glasfaser bietet die stabilste und schnellste Internetverbindungen; die Alternativen – also Internet über Telefonleitungen und über Fernsehkabel – gelten perspektivisch als Auslaufmodell. Aus den Telekom-Zahlen ging über mehrere Jahre hervor, dass die Zurückhaltung der Verbraucher lange stark ausgeprägt war, inzwischen wird es für die Firma aber etwas besser. 16,4 Prozent aller Haushalte in Reichweite hatten zum Jahresbeginn einen Glasfaser-Vertrag bei der Telekom, ein Jahr zuvor lag der Wert nur bei 14,8 Prozent. Dieser Anteil soll weiter steigen: Kamen dieses Jahr knapp 600.000 neue Glasfaser-Kunden hinzu, so soll die Anzahl solcher Neukunden dieses Jahr weiter steigen und 2027 bei einer Million liegen.
Aktienmarkt leicht im Plus
Dem DAX ist derweil nach der gestrigen Rückeroberung der 25.000-Punkte-Marke heute erst einmal der Schwung ausgegangen. Die mit Spannung erwarteten Nvidia-Geschäftszahlen vom Vorabend gaben ihm keinen großen Auftrieb. Zur Mittagszeit steht der Leitindex 0,5 Prozent höher bei 25.299 Punkten.
