Statistisches Bundesamt: Haushaltslöcher waren 2025 größer als gedacht

Statistisches Bundesamt: Haushaltslöcher waren 2025 größer als gedacht

Mehrere Geldscheine liegen übereinander.

Stand: 25.02.2026 • 10:42 Uhr

Das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung war im vergangenen Jahr größer, als zunächst angenommen. Experten rechnen damit, dass die Neuverschuldung zunimmt.

Das deutsche Staatsdefizit war im vergangenen Jahr entgegen einer früheren Schätzung größer als erwartet. Die Ausgaben von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung überstiegen die Einnahmen um 119,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung lagt das Defizit bei 2,7 Prozent.

Eine erste Schätzung Mitte Januar hatte noch 107 Milliarden Euro ergeben, auf dieser Basis hatte die Behörde das Minus im Januar noch auf 2,4 Prozent beziffert.

Ein vergleichsweise kräftiges Wachstum im Schlussquartal hat der deutschen Wirtschaft im vergangenen Jahr das erste Plus seit 2022 beschert. Im vierten Quartal 2025 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um 0,3 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt erklärte. Damit ging Europas größte Volkswirtschaft mit vergleichsweise leichtem Rückenwind ins Jahr 2026.

Defizit bei Bund und Kommunen wächst

Deutschland hielt dennoch die europäische Verschuldungsregel ein, die ein Haushaltsdefizit von höchstens drei Prozent erlauben. Das wird von Ländern wie Frankreich seit Jahren gerissen.

Mit 79,6 Milliarden Euro entfielen rund zwei Drittel des deutschen Fehlbetrags auf den Bund, dessen Schulden im Vergleich zu 2024 um 18,6 Milliarden Euro gestiegen sind. Auch bei den Gemeinden stieg die Neuverschuldung deutlich an: von 7,1 Milliarden Euro auf 28,1 Milliarden Euro.

Dagegen konnten die Länder ihr Minus auf 9,8 Milliarden Euro mehr als halbieren (2024: minus 21,6 Milliarden Euro). Die Sozialversicherung wies ebenfalls einen Rückgang des Defizits auf nun 1,7 Milliarden Euro auf (2024: minus 11,8 Milliarden Euro).

Steuereinnahmen wachsen kräftig

Die Einnahmen des Staates summierten sich im vergangenen Jahr auf 2.140,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 5,7 Prozent.

Vom Statistischen Bundesamt hieß es dazu: “Verantwortlich hierfür war insbesondere der Anstieg der Sozialbeiträge.” Diese legten um 8,9 Prozent zu. Auch die Steuereinnahmen wuchsen um 3,5 Prozent auf 1.031,5 Milliarden Euro.

Die Ausgaben des Staates erhöhten sich um 5,6 Prozent oder 119,6 Milliarden Euro auf 2.259,3 Milliarden Euro, die damit stärker zulegten als die Einnahmen.

Die Zinsausgaben lagen um 8,1 Prozent höher. Die monetären Sozialleistungen stiegen um 5,6 Prozent. “Dies resultierte in erster Linie aus höheren Ausgaben für Renten und Pensionen, auch wurde mehr für das Pflegegeld und für das Arbeitslosengeld ausgegeben”, so das Statistikamt.

Staatliche Milliarden als Konjunkturtreiber

Die Milliardeninvestitionen, die durch die Lockerung der Schuldenbremse ermöglicht werden, dürften die Konjunktur beflügeln: Volkswirte gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft nach einem vergleichsweise schwachen Start ins neue Jahr ab dem Frühjahr mehr Fahrt aufnehmen wird.

Für dieses Jahr rechnen die meisten Fachleute auch mit einer steigenden Neuverschuldung in Deutschland. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) etwa sagt ein Defizit von 3,5 Prozent voraus, das 2027 sogar auf 4,0 Prozent steigen soll.

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