Er soll Einrichtungen ausgespäht haben, die für die Verteidigung Polens und der NATO wichtig sind: In Polen ist ein mutmaßlicher Agent aus Belarus gefasst worden. Der Mann soll auch in Deutschland aktiv gewesen sein.
Polen hat einen belarusischen Staatsbürger wegen Spionageverdachts festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, seit Juni 2024 in Polen, Deutschland und Litauen Informationen gesammelt zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft in Warschau mit. Dazu soll das Auskundschaften kritischer Infrastruktur und Militäranlagen gehört haben – darunter Einrichtungen, die für die Verteidigung Polens und der NATO wichtig seien.
Den Angaben zufolge war der 41-Jährige bereits Anfang Februar gefasst worden. In Deutschland hielt er sich dem Vernehmen nach nur einige Tage auf. Dort hätten sich seine Aktivitäten offenbar auf Objekte im Norden konzentriert. Polnische, deutsche und litauische Behörden hätten in dem Fall zusammengearbeitet, hieß es. Der Mann ist nun in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Anklage erhoben. Bei einer Verurteilung drohen ihm mindestens fünf Jahre Haft.
Belarus ist Verbündeter Russlands
Eine Stellungnahme der belarusischen Botschaft in Warschau lag zunächst nicht vor. Die Beziehungen zwischen Polen und Belarus sind seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast genau vier Jahren auf einem Tiefpunkt. Polen ist einer der wichtigsten politischen und militärischen Unterstützer der Ukraine, Belarus ist Verbündeter Moskaus.
