Nach der Niederschlagung der Massenproteste in Iran geht die traditionelle 40-tägige Trauerzeit zu Ende. Bei Gedenkfeiern gibt es nun offenbar wieder Proteste. An einer Uni in Teheran gerieten Regime-Kritiker und -Anhänger aneinander.
An mehreren Universitäten in Iran hat es zum Semesterstart wieder Proteste gegen das Regime gegeben. Die Nachrichtenagentur AFP konnte etwa Videoaufnahmen aus sozialen Netzwerken verifizieren, die demnach an der Sharif-Universität in Teheran aufgenommen wurden. Während Regime-Kritiker “Schande” auf Farsi rufen, schwenken offenbar Regime-Anhänger die Nationalflagge.
Auch aus anderen Landesteilen gibt es Berichte über neue Proteste. Sie fallen zusammen mit Gedenkfeiern für Tausende, die Anfang Januar bei der Niederschlagung der Massenproteste getötet wurden. Die Demonstrationen sind jetzt 40 Tage her, womit eine im Iran traditionell begangene Trauerzeit zu Ende geht.
Protest zeigt sich auch auf Friedhöfen
Online verbreiten sich viele Videos von 40-Tage-Zeremonien im ganzen Land. Zu einigen versammelten sich offenbar mehrere Hundert Menschen, die häufig regierungskritische Slogans skandieren. Am Hauptfriedhof der westiranischen Kleinstadt Abdanan reckten nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP zahlreiche Menschen ihre Fäuste in die Höhe und skandierten “Tod für Chamenei”. Sicherheitskräfte feuern offenbar aus einem gepanzerten Fahrzeug Tränengas ab.
Das Regime war gegen die Massenproteste Anfang Januar brutal vorgegangen. Die Organisation Human Rights Activists News Agency hat bislang mehr als 7.000 Tote gezählt und geht insgesamt von einer deutlichen höheren Zahl aus. Die iranische Regierung sprach am 21. Januar von 3.117 Toten und bezeichnete viele von diesen als Terroristen.
