Britische Regierung erwägt, Andrew aus Thronfolge zu streichen

Britische Regierung erwägt, Andrew aus Thronfolge zu streichen

Charles, Andrew und Willam während einer Trauerprozession (Archivbild: 17.4.2021)

Stand: 21.02.2026 • 13:08 Uhr

Obwohl Andrew Mountbatten-Windsor bereits seine royalen Titel verloren hat, steht er noch auf Platz acht in der britischen Thronfolge. Die Regierung in London will ihn nun von der Liste der Erbmonarchie streichen – per Gesetz.

Die britische Regierung erwägt Medienberichten zufolge, Andrew Mountbatten-Windsor aus der Thronfolge des Königshauses zu streichen. Dieser Schritt solle geschehen, sobald die Polizei ihre Ermittlungen gegen den Bruder von König Charles III. abgeschlossen hat. Trotz des Verlusts seiner Titel im vergangenen Jahr steht der im Epstein-Skandal tief gefallene frühere Herzog von York weiterhin an achter Stelle der Thronfolge.

Am Donnerstag war Mountbatten-Windsor vorübergehend festgenommen worden. Es wird wegen des Vorwurfs des Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt gegen ihn ermittelt. Er hat sich dazu bislang nicht geäußert. Bei den aktuellen Ermittlungen geht es um den Verdacht der Weitergabe vertraulicher Informationen an Epstein.

Der britische Verteidigungsstaatssekretär Luke Pollard bezeichnete den potenziellen Schritt im Sender BBC als angemessen, völlig unabhängig vom Ausgang der Ermittlungen. Die Regierung habe mit dem Buckingham-Palast an Plänen gearbeitet, um zu verhindern, dass der Ex-Prinz “potenziell nur einen Herzschlag vom Thron entfernt ist”. Finanzstaatssekretär James Murray sagte dem Sender Sky News, die Regierung prüfe erforderliche Schritte und schließe nichts aus.

Alle Commonwealth-Staaten müssten zustimmen

Um auszuschließen, dass Andrew jemals König werden könnte, müsste für die Änderung der Thronfolge ein Gesetz vom Parlament verabschiedet werden. Gesetze werden in Großbritannien im Ober- und Unterhaus beschlossen und schließlich vom Monarchen, also König Charles III., unterzeichnet.

Änderungen der Thronfolge müssten zudem auch die weiteren 14 Commonwealth-Staaten wie Australien und Kanada zustimmen, denen Charles III. als König vorsteht. Platz eins in der Thronfolge hat Charles’ Sohn William (43) inne, vor dessen Sohn Prinz George (12).

Die Times zitierte eine Quelle aus dem Buckingham-Palast, nach der die Entfernung von Andrew aus der Thronfolge “eine reine Angelegenheit des Parlaments” sei und man “dies niemals behindern oder sich dem Willen des Parlaments widersetzen” würde.

Erste Festnahme in der Königsfamilie seit mehr als 350 Jahren

Der frühere Prinz Andrew hat offenbar auch in der Bevölkerung weite Teile des Rückhalts verloren. Eine von Sky News zitierte YouGov-Umfrage ergab, dass 82 Prozent der Briten dafür sind, Andrew den Status als potenzieller Thronfolger zu entziehen. Nur 6 Prozent waren dagegen.

Am Freitag gab die Londoner Metropolitan Police bekannt, ehemalige Personenschützer von Andrew befragen zu wollen. Kontaktiert würden derzeitige und ehemalige Beamte, die eng mit Andrew zusammengearbeitet haben. König Charles III. hatte zur Festnahme seines Bruders lediglich mitgeteilt: “Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen.”

Mit Andrew war zum ersten Mal seit mehr als 350 Jahren ein ranghohes Mitglied der Königsfamilie festgenommen worden. Damals war König Charles I. während des Bürgerkriegs wegen Hochverrats angeklagt worden.

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