Korrespondent der Deutschen Welle in der Türkei festgenommen

Korrespondent der Deutschen Welle in der Türkei festgenommen

Das Logo des Auslandsrundfunks Deutsche Welle ist am Eingang zum Hauptstadt-Sitz des Senders angebracht.

Stand: 20.02.2026 • 09:17 Uhr

Ein regierungskritischer Post auf X – deswegen ist ein Journalist der Deutschen Welle in der Türkei festgenommen worden. Der deutsche Auslandssender reagiert entsetzt und spricht von haltlosen Vorwürfen.

In der Türkei ist ein Korrespondent der Deutschen Welle (DW) wegen des Vorwurfs der “Präsidentenbeleidigung” und der “Verbreitung irreführender Informationen” festgenommen worden.

Alican Uludağ sei vor den Augen seiner Familie von etwa 30 Polizisten abgeführt worden, teilte der deutsche Auslandssender mit. Der Investigativjournalist soll noch heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

Regierungskritischer Post auf X

Wie die Deutsche Welle erklärte, beziehen sich die Vorwürfe auf einen etwa eineinhalb Jahre alten Post auf der Plattform X. Darin habe Uludağ Maßnahmen der Regierung kritisiert, die mutmaßliche Terroristen des “Islamischen Staates” freigelassen habe.

Zudem habe er darin der Regierung Korruption vorgeworfen. Als langjähriger Gerichtsreporter berichtet Uludağ laut DW über Menschenrechtsverletzungen, Korruptionsfälle und Prozesse.

Deutsche Welle: “Haltlose Vorwürfe”

DW-Intendantin Massing bezeichnete die Vorwürfe gegen Uludağ als haltlos. Er sei “ein bekannter Investigativjournalist, der unter anderem zu Korruption recherchiert, sehr gut vernetzt ist und Zugang zu wichtigen Quellen hat”. Damit könne er der Regierung – aus deren Sicht – gefährlich werden, so Massing.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) bezeichnete die Festnahme Uludağs als “Teil der gerichtlichen Schikanen gegen seriöse Journalisten” in der Türkei.

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