Gastgewerbe kann 2025 nicht vom Tourismus-Boom profitieren

Gastgewerbe kann 2025 nicht vom Tourismus-Boom profitieren

Ein Mann sitzt in einem ansonsten leeren Biergarten.

Stand: 19.02.2026 • 11:52 Uhr

2025 war ein Rekordjahr für den Tourismus in Deutschland. Für das Gastgewerbe war es dagegen kein gutes Jahr: Preisbereinigt bleibt vom gestiegenen Umsatz nichts übrig.

Das Gastgewerbe in Deutschland hat 2025 zwar mehr Umsatz erzielt – aber nur dank steigender Preise. Die Einnahmen von Hotels, Pensionen, Restaurants und Co. lagen 1,4 Prozent höher als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Zahlen mitteilte.

In der realen Preisentwicklung, also unter Berücksichtigung der Inflation, gingen die Umsätze jedoch um 2,1 Prozent zurück.

Essengehen als Luxus

Die Branche kann damit nicht von dem starken Tourismus in Deutschland profitieren, der 2025 ein Rekordjahr erlebte. Beherbergungsbetriebe wie Hotels und Pensionen erlebten real ein Umsatzminus von 2,0 Prozent.

Auch die Gastronomie konnte sich nicht erholen, sie steht seit Jahren unter Druck. Weil allgemein die Preise in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind, ist Essengehen für viele Menschen zum Luxus geworden.

Im vergangenen Jahr ging der Umsatz laut Statistischem Bundesamt um 2,2 Prozent zurück. Selbst im Dezember mit vielen Feiern in der Weihnachtssaison gab es demnach preisbereinigt Umsatzeinbußen.

Schwacher Dezember für die Branche

Ähnlich war die Entwicklung auf das gesamte Gastgewerbe gesehen im Dezember. Im Vergleich zum letzten Monat in 2024 stieg der Umsatz zwar um 1,6 Prozent, konnte jedoch nicht die Inflation schlagen. Der reale Umsatz sank um zwei Prozent.

Hotels und sonstige Beherbergungsunternehmen konnten ihre Umsätze im Vergleich zum Dezember 2024 um 2,2 Prozent steigern, verzeichneten aber einen realen Umsatzrückgang von 1,7 Prozent. In der Gastronomie stiegen die Umsätze im Dezember im Jahresvergleich um lediglich 1,4 Prozent, real sank der Umsatz damit um 1,8 Prozent.

Gastro-Steuersenkung kommt nicht bei Verbrauchern an

Die Bundesregierung brachte im Herbst des vergangenen Jahres ein Gesetz auf den Weg, mit dem bei Speisen nur noch der niedrigere Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent fällig wird, statt zuvor 19 Prozent. Das Gesetz wurde im Dezember vom Bundestag verabschiedet, zum Jahresbeginn ist die Steuersenkung in Kraft getreten.

Allerdings spüren Kundinnen und Kunden in vielen Restaurants und Cafés nichts davon, viele Betriebe behalten die Steuerersparnis ein. Das legen auch neue Zahlen des Statistischen Bundesamts nahe: Im Januar war der Besuch in Gaststätten demnach sogar 3,6 Prozent teurer als ein Jahr zuvor – trotz Steuersenkung.

Aus der Gastronomie war zuletzt zu hören, die Steuersenkung verschaffe den Betrieben Luft angesichts steigender Energie-, Waren- und Lohnnebenkosten. Nur wenige Betriebe haben die Möglichkeit, den gesunkenen Steuersatz an ihre Gäste weiterzugeben.

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