Marktbericht: Renault ist profitabler als Volkswagen

Marktbericht: Renault ist profitabler als Volkswagen

Besucher an einem Renault Stand auf einer Automesse.


marktbericht

Stand: 19.02.2026 • 13:48 Uhr

Der Autobauer Renault ist wie der Großteil der europäischen Autobranche in schwerem Fahrwasser. Trotzdem sind die Franzosen dabei deutlich profitabler als Erzrivale Volkswagen.

Eine hohe Abschreibung auf den angeschlagenen japanischen Partner Nissan hat dem französischen Autobauer Renault erstmals seit fünf Jahren unter dem Strich rote Zahlen beschert.

Für 2025 steht netto ein Fehlbetrag von 10,9 Milliarden Euro in den Büchern, davon geht der größte Teil von 9,3 Milliarden auf das Konto der Wertberichtigung der Beteiligung am japanischen Nissan-Konzern.

An der Börse in Paris kommt das nicht gut an, die Aktie verliert am frühen Nachmittag knapp fünf Prozent. Auch zuvor war das Papier nicht gut gelaufen. Im letzten Jahr lag das Minus bei rund 25 Prozent und auch im neuen Jahr läuft es bisher nicht.

Hoher Preiskampf fordert Tribut – aber profitabler als VW

Vor allem der starke Preiskampf sowie die neuen Rivalen aus China haben zudem das operative Ergebnis belastet, das um 15 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro absackte. Zudem senkte das Management im Ausblick die Erwartung für die Umsatzrendite von bisher 6,3 auf 5,5 Prozent.

Damit liegen die Franzosen aber immer noch besser im Rennen als Erzrivale Volkswagen, dessen Marge nur zwischen zwei und drei Prozent liegt. Beim Konkurrenten Stellantis, zu dem auch die deutsche Beteiligung Opel gehört, liegt der Wert sogar im Minus.

Bei der Ursachenforschung zeigt sich, dass der Konzern vor allem im Preissegment der günstigeren Fahrzeuge punktet, etwa mit der Konzernmarke Dacia. Diese Fahrzeuge sind gefragt und trotzen auch der chinesischen Konkurrenz. Zudem läuft das Geschäft mit E-Autos gut, hier stieg der Absatz um 77 Prozent. Auch Hybrid-Fahrzeuge waren bei den Kundinnen und Kunden gesucht.

Insgesamt verkaufte Renault 2,34 Millionen Autos – 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr, der Umsatz im vergangenen Jahr um drei Prozent an auf 57,9 Milliarden Euro an.

Firmenchef Francois Provost, der Kostensenkungsprogramme im Konzern vorantreibt, will das Unternehmen künftig mehr auf außereuropäische Märkte wie Indien oder Lateinamerika konzentrieren. Mittelfristig soll die Marge zwischen fünf und sieben Prozent liegen.

DAX dreht ins Minus

Der DAX ist derweil nach flottem Start in Minus gedreht. Am frühen Nachmittag verliert der deutsche Leitindex knapp 0,9Prozent und steht nur noch leicht über seinem Tagestief bei 25.031 Zählern. Erst gestern hatte der Index die runde Marke wieder zurückerobert, sie bleibt aber weiterhin umkämpft.

Rückenwind von der Wall Street ist nicht zu erwarten: Die Futures auf die großen Aktienindizes stehen gut eine Stunde vor Handelsstart moderat im Minus.

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