marktbericht
Nach zwei Tagen mit deutlichen Zuwächsen ist der DAX heute etwas schwächer in den Handel gestartet. Doch er lag immer noch über der 25.000-Punkte-Marke. Experten beobachten weltweit eine positive Stimmung an den Märkten.
Der DAX hat den deutlichen Kursanstieg der vergangenen zwei Tage heute vorerst nicht fortgesetzt. Der deutsche Leitindex startete schwächer in den Handel und verlor 0,3 Prozent auf 25.191 Punkte – am Mittwoch hatte er noch 1,1 Prozent zugelegt.
Nun müsse sich zeigen, ob es oberhalb der 25.000 Zähler genügend Anschlusskäufer gebe, die den DAX auf ein neues Rekordhoch heben könnten, sagt Thomas Altmann von QC Partners. Zuletzt hatte das Börsenbarometer Mitte Januar mit 25.507 Zählern einen neuen Höchststand markiert.
Positive Stimmung an den Märkten
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets beobachtet rund um den Globus eine positive Stimmung an den Börsen. Vor allem Technologieaktien führten das Gewinnerfeld an. Die Angst der Investoren vor grundlegenden Veränderungen in vielen Sektoren – unter anderem durch Künstliche Intelligenz (KI) – gehe zurück.
Stattdessen setzten Anlegerinnen und Anleger wieder auf die sich daraus ergebenden Chancen, kommentiert Lipkow. Zudem nimmt die Berichtssaison wieder Fahrt auf. Von deren Verlauf dürfte auch abhängen, ob der DAX sich oberhalb der Marke von 25.000 Punkten halten kann.
US-Technologieaktien auf Aufholjagd
Die wichtigsten US-Aktienindizes schlossen mit Gewinnen. Sie hatten sich am Mittwoch erholt. US-Technologieaktien gingen zuletzt auf Aufholjagd. Ihr Niveau zum europäischen Handelsende konnten sie aber nicht ganz halten. Ungewiss bleiben derweil die Zinsaussichten.
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ist sich über den künftigen Kurs uneins. Einige Währungshüter schließen sogar weitere Zinserhöhungen nicht aus, sollte die Inflation hoch bleiben. Das ging aus einem am Mittwochabend veröffentlichten Protokoll der Zinssitzung von Ende Januar hervor. Zuletzt hatte sich die Hoffnung auf eine Zinssenkung der Fed bereits nach hinten verschoben.
Anleger beobachten geopolitische Spannungen
Konjunkturhoffnungen und steigende Technologiewerte haben auch den Nikkei heute gestützt. Der 225 Werte umfassende Tokioter Leitindex rückte um gut ein halbes Prozent auf 57.468 Punkte vor. Der breiter gefasste Topix gewann gut ein Prozent auf 3.852 Zähler. Von der Erholung profitierte auch der Aktienmarkt in Südkorea. Die Aktienmärkte in China, Hongkong und Taiwan blieben feiertagsbedingt geschlossen.
Für Nervosität an den Märkten sorgen derweil die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Die USA fordern vom Iran die Aufgabe seines Atomprogramms. Die Regierung in Teheran lehnt dies jedoch ab und bestreitet, die Entwicklung einer Atomwaffe anzustreben. Bei den jüngsten Gesprächen zum iranischen Atomprogramm in dieser Woche sind laut Weißem Haus Fortschritte erzielt worden.
Doch in einigen Punkten bestünden weiter Differenzen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow warnte, dass jeder neue US-Angriff auf den Iran schwerwiegende Konsequenzen haben könnte.
Anstieg beim Ölpreis
Nach dem zuletzt deutlichen Ölpreisanstieg bleiben die Anlegerinnen und Anleger auch heute auf der Hut. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verteuerten sich wegen der Furcht vor Versorgungsengpässen um jeweils 0,5 Prozent auf 70,67 und 65,54 Dollar je Fass. Am Mittwoch waren die Preise bereits um mehr als vier Prozent gestiegen.
Die größte Sorge der Öl-Anleger ist laut Analysten, dass eine Eskalation der Spannungen zwischen den USA und Iran den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus beeinträchtigen könnte. Rund 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs werden über diese Wasserstraße abgewickelt.
Airbus muss Produktionsziel verschieben
Bei den Einzelaktien steht unter anderem Airbus im Fokus. Der deutsch-französische Flugzeugbauer hat sein Ergebnisziel für das vergangene Jahr zwar nach eigenen Angaben übertroffen.
Die im DAX notierte Aktie gab im frühen Handel jedoch deutlich nach, um über fünf Prozent. Marktteilnehmer bemängeln den schwachen Ausblick. Airbus muss das Produktionsziel für den A320 erneut verschieben. Aufgrund von Problemen mit einem US-Zulieferer, heißt es vom Konzern.
