Mehr als 33 Kilogramm Zucker konsumieren die Menschen in Deutschland pro Jahr. Besonders beliebt und problematisch: Limonaden. Nun setzen sich Mediziner und Verbände vor dem CDU-Parteitag für eine Abgabe auf Softdrinks ein.
Vor dem CDU-Bundesparteitag werben Medizinerverbände und Verbraucherschützer für eine “Limo-Steuer” auf stark gezuckerte Getränke. In einem offenen Brief appellieren sie an die Delegierten, “insbesondere im Interesse des Gesundheitsschutzes folgender Generationen”, eine Herstellerabgabe auf Süßgetränke anzustoßen.
Eine alarmierende Entwicklung ernährungsbedingter Erkrankungen und steigende gesellschaftliche Folgekosten erforderten entschlossenes Handeln.
Limonaden als Haupt-Zuckerquelle bei Kindern
Zuckergesüßte Getränke seien laut Weltgesundheitsorganisation ein zentraler Treiber für Adipositas, Diabetes und Karies, heißt es in dem Aufruf von 46 Verbänden, den unter anderem die Verbraucherorganisation Foodwatch initiiert hat.
Limonaden bildeten auch eine Hauptquelle des Zuckerkonsums von Kindern. “Eine nach Zuckergehalt gestaffelte Herstellerabgabe würde den Zuckerkonsum über Getränke in allen Altersgruppen deutlich reduzieren”, heißt es in dem Brief.
Unterstützt wird der Appell unter anderem von der Bundesärztekammer, der Bundeszahnärztekammer, der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, mehreren weiteren medizinischen Fachgesellschaften und dem Deutschen Kinderhilfswerk.
Zuckersteuer Thema bei CDU-Parteitag
Der Appell richtet sich gezielt an Bundeskanzler Friedrich Merz und die Delegierten des CDU-Parteitags, der an diesem Freitag und Samstag in Stuttgart stattfindet. Dort steht auch der Antrag des Landesverbands Schleswig-Holstein auf der Tagesordnung – er beinhaltet die Aufforderung zu mehr Engagement für gesündere Ernährung vor allem bei Kindern und Jugendlichen.
Antrag hat vermutlich wenig Chancen
Dafür solle die CDU die Einführung einer Steuer auf Getränke mit hohem Zuckeranteil wie Softdrinks fordern. Gestaffelte Sätze sollten Anreize setzen, den Zuckergehalt zu senken. Gefordert wird außerdem eine Altersgrenze von 16 Jahren für Energy-Drinks.
Die vom CDU-Vorstand bestellte Kommission, die vor Parteitagen über alle Anträge berät, empfiehlt den Delegierten allerdings, den Antrag abzulehnen. Auch Bundesernährungsminister Alois Rainer (CSU) hatte einer Zuckersteuer bereits eine Absage erteilt.
