Iran und die USA wollen ihre Atomverhandlungen in der Schweiz fortsetzen. Noch vor Beginn der Gespräche macht Israels Premier Netanjahu unmissverständlich deutlich, was er von einem möglichen Abkommen erwartet.
Vor der zweiten Runde der Atomgespräche zwischen Iran und den USA hat sich Israel positioniert. Jedes US-Abkommen mit dem Iran müsse auch die komplette Demontage der iranischen Nuklearinfrastruktur beinhalten, nicht nur die Einstellung des Anreicherungsprozesses, erklärte Israels Premier Benjamin Netanjahu bei einer Rede in Jerusalem.
Dies habe er vergangene Woche auch US-Präsident Donald Trump gesagt. Die Anlagen und die Infrastruktur, die eine Anreicherung überhaupt erst möglich machten, müssten abgebaut werden.
Neue Verhandlungen ab Dienstag
Netanjahu forderte zudem, dass das angereicherte Uran aus dem Iran exportiert werden müsse. Zu einem möglichen Abkommen zeigte er sich skeptisch.
Die neue Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sollen morgen in Genf beginnen. Die beiden Länder hatten nach militärischen Drohungen Trumps einen neuen Dialog begonnen. In Genf vermittelt wieder der omanische Außenminister Badr al-Bussaidi. Die Schweiz wird von der iranischen Regierung wie auch einige Golfstaaten als neutraler Vermittler geschätzt.
Heute führte der Iran bereits hochrangige Gespräche mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Die “tiefgreifenden technischen Diskussionen” in Genf dienten der Vorbereitung der Verhandlungsrunde zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten, schrieb IAEA-Chef Grossi auf X nach dem Treffen mit Außenminister Abbas Araghtschi. Der iranische Außenminister wurde von Atomexperten seines Landes begleitet. Araghtschi war bereits am Sonntag für die Verhandlungsrunde mit den USA in die Schweiz gereist.
US-Delegation wird von Witkoff angeführt
Die US-Delegation wird nach Angaben des Weißen Hauses vom US-Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner angeführt.
Witkoff und Kushner werden nach den Atomgesprächen mit Teheran voraussichtlich in Genf bleiben und an von den USA vermittelten Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine teilnehmen.
Mit Informationen von Julio Segador, ARD-Studio Tel Aviv
