In Zügen und auf Bahnhöfen in Deutschland hat es im vergangenen Jahr mehr als 5.600 Gewaltdelikte gegeben. Das berichtet die Bild am Sonntag und beruft sich auf Zahlen der Bundespolizei. Besonders betroffen sind Großstädte.
Der Hauptbahnhof Leipzig war einem Medienbericht zufolge 2025 der Bahnhof mit den meisten Gewaltdelikten in Deutschland. In dem Bahnhof seien im vergangenen Jahr 859 Gewaltdelikte gemeldet worden, berichtet die Bild am Sonntag unter Berufung auf Zahlen der Bundespolizei.
Der Leipziger Hauptbahnhof war laut Zahlen der Bundespolizei 2025 der Bahnhof mit den meisten Gewaltdelikten bundesweit.
Es folgen der Dortmunder Hauptbahnhof mit 735 Gewaltdelikten, der Hauptbahnhof Berlin mit 654 Gewaltdelikten, der Hauptbahnhof Köln mit 648 Gewaltdelikten und der Hauptbahnhof Hannover mit 612 Gewaltdelikten.
Angriffe gegen Bahnbeschäftigte
Die Deutsche Bahn zählte im vergangenen Jahr mehr als 3.000 Angriffe auf ihr Personal. Das seien etwa acht pro Tag, teilte ein Sprecher des Konzerns mit. Demnach komme es bei Fahrkartenkontrollen, bei der Durchsetzung des Hausrechts sowie am Rande von Volksfesten, Großveranstaltungen und Fußballspielen immer wieder zu verbalen und tätlichen Übergriffen.
Angaben des Bundesinnenministeriums ermöglichen eine genauere Zuordnung: Im Jahr 2025 registrierte die Bundespolizei unter anderem 2.689 Gewaltdelikte gegen Beschäftigte der Bahn. Im Jahr 2024 lag die Zahl noch bei 2.412 Gewaltdelikten.
Für Januar bis Oktober 2025 finden sich Angaben, die nach den drei häufigsten Straftaten aufgeschlüsselt wurden: In diesem Zeitraum erfasste die Bundespolizei 1.555 Körperverletzungen, darunter 324 gefährliche Körperverletzungen. Zudem wurden 1.148 Fälle registriert, in denen Beschäftigte bedroht wurden. In der Erfassung erfolgte keine weitere Klassifizierung der Tatzeit, daher können auch Fälle außerhalb des Dienstes sowie auf dem Weg zum oder vom Dienst enthalten sein.
Die Hälfte der Angriffe betrifft laut dem Bahnsprecher das Zugpersonal im Regionalverkehr. Auf Sicherheitskräfte entfällt gut ein Drittel. Auch Reinigungskräfte oder Servicekräfte am Bahnhof werden Opfer von Angriffen.
Auf Bahnhöfen und in Zügen in Deutschland seien im vergangenen Jahr mehr als 980 Messer- und rund 2.200 Sexualdelikte aktenkundig geworden, berichtet die Bild am Sonntag unter Berufung auf die Zahlen der Bundespolizei weiter. Dazu haben die Sicherheitsbehörden mehr als 5.600 Gewalttaten gegen Bundespolizisten im Bahnbereich gezählt.
Die Bundespolizei führt regelmäßig Maßnahmen an Bahnhöfen durch, um die Zahl der Gewaltdelikte einzudämmen. Die Gewerkschaft der Polizei fordert bereits seit Langem, die Zahl der Beamten an den Bahnhöfen aufzustocken.
Der tödliche Angriff durch einen Schwarzfahrer bei einer Fahrkartenkontrolle auf einen Zugbegleiter in einem Regionalzug in Rheinland-Pfalz hatte Anfang Februar in Deutschland eine Debatte über die Sicherheit im Bahnverkehr ausgelöst.
Blumen und Kerzen erinnern am Bahnhof in Landstuhl an den getöteten Zugbegleiter Serkan Calar.
Beim sogenannten Sicherheitsgipfel am vergangenen Freitag kündigte Bahnchefin Evelyn Palla daraufhin an, die freiwillige Ausstattung mit Bodycams noch in diesem Jahr auf alle Beschäftigte mit Kundenkontakt ausweiten zu wollen.
Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr mehr als 3.000 Angriffe auf ihr Bahnpersonal gezählt. Das seien rund acht Angriffe pro Tag, teilte ein Sprecher des Konzerns dem SWR mit. Die Zahlen entsprechen demnach ungefähr den Zahlen des Vorjahres. Die Hälfte der Angriffe betreffe das Zugpersonal im Regionalverkehr.
Hinzu kommen noch etwa 15.000 verbale Übergriffe – dazu zählt auch das Anspucken. Noch im Jahr 2014 waren es noch weniger als halb so viele Angriffe. Damals zählten Deutsche Bahn sowie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) 1.400 tätliche Übergriffe.
