Rund 250.000 protestieren in München gegen das Regime im Iran

Rund 250.000 protestieren in München gegen das Regime im Iran

Menschen vor einer großen alten iranischen Staatsflagge

Stand: 14.02.2026 17:05 Uhr

Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz haben nach Polizeiangaben bis zu 250.000 Menschen gegen das iranische Regime demonstriert. Schah-Sohn Pahlavi forderte von US-Präsident Trump, dem iranischen Volk zu helfen.

In München hat eine der größten Kundgebungen der vergangenen Jahre stattgefunden. Parallel zur Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) haben nach Polizeiangaben bis zu 250.000 Menschen gegen die politische Führung im Iran demonstriert. Die Demonstration lief bisher friedlich ab.

Im Vorfeld waren von Seiten der Organisatoren lediglich 100.000 Teilnehmer erwartet worden. Der massive Andrang sorgt in der Münchner Innenstadt für erhebliche Einschränkungen. Da die Polizei gleichzeitig die hochrangigen Gäste der Konferenz schützen muss und mehrere Demonstrationszüge durch die Stadt ziehen, kommt der Verkehr an vielen Stellen zum Erliegen.

Mit Unterstützung prominenter Gäste wie dem Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, fordern die Demonstranten Freiheit für den Iran und drängen die anwesende Weltpolitik zum Handeln. Am Rande der MSC hatte Pahlavi US-Präsident Donald Trump aufgerufen, dem iranischen Volk zu helfen.

Auch Demos in Toronto und Los Angeles

Die Münchner Demonstration wurde von dem Verein The Munich Circle organisiert. Viele Demonstrationsteilnehmer hatten iranische Flaggen dabei, die das bis 1979 offizielle Motiv mit Löwe und Schwert zeigten. Häufig waren auch Bilder von Pahlavi zu sehen. Viele Demonstranten schenkten Polizisten Blumen.

Auf der Kundgebung forderten Redner einen friedlichen, demokratischen Neuanfang im Iran. Die Verantwortlichen der Führung in Teheran müssten für ihre Taten gegen die eigene Bevölkerung verfolgt und bestraft werden. Parallel sind am Samstag auch Großdemos in Toronto und Los Angeles geplant.

Nach Polizeiangaben hatten sich bis zu 250.000 Demonstranten auf der Münchner Theresienwiese versammelt.

Pahlavi appelliert an Trump

Im Iran hatte es um den Jahreswechsel erneut Massenproteste gegeben, die gewaltsam niedergeschlagen wurden. Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen waren dabei bis zu 18.000 Menschen getötet worden.

“Es ist Zeit, die Islamische Republik zu beenden. Dies ist die Forderung, die aus dem Blutvergießen meiner Landsleute widerhallt”, sagte Pahlavi am Rande der MSC. Bei den Protesten hätten seine Landsleute “uns nicht gebeten, das Regime zu reformieren, sondern ihnen zu helfen, es zu beerdigen”, fügte der in New York lebende Exil-Oppositionelle hinzu. Die Iraner warteten ungeduldig auf Hilfe von außen.

An US-Präsident Trump gerichtet sagte der 65-Jährige, die Iraner hätten seine Worte gehört, dass “Hilfe unterwegs” sei. “Sie vertrauen Ihnen. Helfen Sie ihnen”, sagte Pahlavi, der seit dem Sturz seines Vaters 1979 und den Beginn der Islamischen Revolution nie mehr in den Iran zurückgekehrt ist.

Trump schickt weiteren Flugzeugträger

Trump hatte Ende Januar den Flugzeugträger “USS Abraham Lincoln” in die Golfregion geschickt, um angesichts der gewaltsamen Niederschlagung der Massenproteste den Druck auf Teheran zu erhöhen.

Am Freitag bestätigte der US-Präsident dann die geplante Entsendung eines zweiten Flugzeugträgers, der “USS Gerald R. Ford”, und sagte – auch in Hinblick auf ein mögliches Scheitern der wieder aufgenommenen Atomverhandlungen mit Teheran -, ein Machtwechsel im Iran sei “das Beste, was passieren könnte”.

Pahlavi will sich “keine Krone auf den Kopf setzen”

Bei den Protesten im Iran hatten einige Demonstrierende auch eine Rückkehr zur Monarchie gefordert. Pahlavi sagte dazu in München, sein “einziges Ziel” sei es, “den Tag zu erleben, an dem das iranische Volk seine Regierung wählen kann”. Es gehe ihm um einen demokratischen Prozess. “Ich strebe nicht nach einem Titel, ich will mir keine Krone auf den Kopf setzen”, sagte Pahlavi und fügte hinzu, er bitte “nicht um Unterstützung für mich, ich bitte um Unterstützung für das iranische Volk”.

Die iranische Opposition ist gespalten und Pahlavi steht wegen seiner Unterstützung für Israel in der Kritik. Zudem distanzierte er sich nie von der autokratischen Herrschaft seines Vaters. “Ich bin nicht hier, um für die Monarchie zu werben”, sagte Pahlavi in München. Seine Position sei “neutral”. “Lassen Sie die Iraner entscheiden, welches System sie haben wollen.”

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