Datenschützer kritisieren Pläne zum Einsatz von Bodycams beim Bahn-Personal

Datenschützer kritisieren Pläne zum Einsatz von Bodycams beim Bahn-Personal

Ein Zugbegleiter mit einer Bodycam und schwarzer Schleife vor einem roten Zug

Stand: 14.02.2026 05:27 Uhr

Die Pläne der Deutschen Bahn, ihre Zugbegleiter mit Bodycams auszustatten, sorgen bei Datenschützern für Kritik. Sie warnen vor einem starken Eingriff in die Grundrechte von Passagieren.

Mit Blick auf Pläne zur flächendeckenden Ausstattung von Bahnbeschäftigten mit Bodycams haben Datenschützer davor gewarnt, die Überwachung ohne Einschränkungen zu erlauben. Der Einsatz stelle einen “starken Eingriff in die Grundrechte der betroffenen Personen” dar, sagte der hessische Landesdatenschutzbeauftragte, Alexander Roßnagel, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die Aufnahme sei “nur anlassbezogen zulässig und muss auf das geringstmögliche Maß reduziert sein”, sagte Roßnagel. Er ist als hessischer Beauftragter für die in Frankfurt sitzenden Tochterunternehmen DB Fernverkehr und DB Regio zuständig. Die Daten dürften nur in berechtigten Fällen verwertet werden. Um die Beschäftigten dennoch mit Bodycams zu schützen, brauche es daher einen “angemessenen Ausgleich”.

Beitrag zur lückenlosen Videoüberwachung?

Die Stiftung Datenschutz lehnt eine dauerhafte Aufzeichnung ebenfalls klar ab. “Ein solcher Einsatz trägt weiter zu einer mehr und mehr lückenlosen Videoüberwachung der Bevölkerung bei”, sagte die wissenschaftliche Leiterin der von der Bundesregierung gegründeten Stiftung, Kirsten Bock, dem RND. Das führe dazu, dass “auch unbescholtene Personen – quasi als ‘Beifang’ – aufgezeichnet werden”.

Komplett lehnen die Datenschützer die Einführung von Bodycams aber nicht ab. Sie schlagen stattdessen klare Regeln vor. Roßnagel sprach sich dafür aus, dass Bodycams nur anlassbezogen aufzeichnen sollten – etwa in “eskalierenden Situationen”.

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