Günstige Kartoffeln dämpfen Lebensmittel-Inflation | tagesschau.de

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Lagerhalle mit mehreren tausend Tonnen Kartoffeln.

Stand: 13.02.2026 10:47 Uhr

Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte sind zuletzt stark gesunken – vor allem die Preise für Kartoffeln und Obst. Das könnte mittelfristig die Verbraucherpreise dämpfen.

Die Produkte der Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland sind zuletzt deutlich günstiger gewesen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im Dezember 2025 um 8,3 Prozent niedriger als noch im gleichen Monat des Vorjahres.

Besonders stark sind die Preise für pflanzliche Erzeugnisse gesunken, nämlich um 11,5 Prozent gegenüber Dezember 2024. Aber auch tierische Produkte wurden günstiger, um 6,4 Prozent verglichen zum Vorjahresmonat.

Kartoffelpreise im Sinkflug

Vor allem die Kartoffelpreise haben zu dieser Preisentwicklung beigetragen. Im Vergleich zum Dezember 2024 waren die Preise für Speisekartoffeln zuletzt um fast die Hälfte niedriger. Die gute Kartoffelernte der vergangenen Saison hat zu Übermengen auf dem Kartoffelmarkt geführt und in der Folge dann zu einem drastischen Preisverfall. Dieser macht nach Branchenangaben vielen Landwirtinnen und Landwirten Sorgen, weil diese ihre Kosten nicht mehr decken könnten.

Unterdessen sind auch die Preise für Obst im Dezember – mit 18,5 Prozent – und die Preise für Getreide – mit 16 Prozent – im Vergleich zum vorherigen Jahr deutlich gesunken.

Gemüse und Wein teurer

Eine gegensätzliche Entwicklung gibt es bei Gemüse und Wein. Die Preise für Gemüse stiegen binnen Jahresfrist um 4,2 Prozent, vor allem Salat, Gurken und Champignons wurden deutlich teurer. Hohe Preisrückgänge gab es dagegen bei Kohlgemüse, aber auch Tomaten wurden günstiger.

Wichtige Indikatoren für die Inflation

Die Erzeugerpreise zeigen die Entwicklung der Verkaufspreise der Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland an, also die erste Wirtschaftsstufe in der Kette. Damit sind sie ein wesentlicher und früher Hinweisgeber, wie sich die Verbraucherpreise hierzulande entwickeln könnten.

Ein anderer wichtiger Indikator, um Tendenzen bei der Inflation zu beurteilen, sind die Preise der Großhändler – denn sie sind eine Art Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden. Wenn Preise auf der Großhandelsebene sinken oder wie im Moment steigen, dann kann dies mit Zeitverzögerung zumindest teilweise auch bei Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen.

Großhandelspreise gestiegen

Laut Statistischem Bundesamt sind die Verkaufspreise auf der Ebene der Großhändler in Deutschland im Januar um 1,2 Prozent höher gewesen als noch im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Das lag vor allem an deutlich teureren Rohstoffen, unter anderen Nicht-Eisen-Erzen, aus denen Metalle gewonnen werden, die kein Eisen als Hauptbestandteil haben.

Aber auch gestiegene Lebensmittelpreise führen zu diesem Anstieg. Insbesondere Zucker, Süß- und Backwaren kosteten erheblich mehr – nämlich 12,5 Prozent mehr als noch im Januar 2025. Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze lagen auf Großhandelsebene um 4,1 Prozent über dem Stand vor einem Jahr.

Zu Beginn dieses Jahres hatte sich das Leben hierzulande wieder etwas stärker verteuert als zuvor erwartet. Denn die Verbraucherpreise waren im Januar durchschnittlich um 2,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das lag vor allem an Dienstleistungen, die sich überdurchschnittlich verteuert hatten. Damit liegt die Inflationsrate in Deutschland aktuell ein wenig über dem von der Europäischen Zentralbank angepeilten Ziel von zwei Prozent.

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