76. Filmfestspiele Berlin: Michelle Yeoh erhält Goldenen Ehrenbären

76. Filmfestspiele Berlin: Michelle Yeoh erhält Goldenen Ehrenbären

Michelle Yeoh freut sich am Eröffnungsabend der Berlinale vor der Premiere des Eröffnungsfilms «No Good Men» im Berlinale Palast über den goldenen Bären und hat Tränen in den Augen. (Quelle: dpa/Stache)

Stand: 13.02.2026 06:32 Uhr

Prominente Gäste, bewegende Worte und ein emotionaler Höhepunkt: Bei der Eröffnung der 76. Berlinale wurde der Goldene Ehrenbär an Michelle Yeoh übergeben. Die Schauspielerin widmete den Preis ihren Eltern.

  • Bewegender Moment: Auf der Gala wird der Ehrenbär an die malaysische Schauspielerin Michelle Yeoh verliehen
  • Internationale Jury unter Wim Wenders stellt sich vor
  • 22 Filme aus 28 Ländern konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären

Mit einer feierlichen Gala hat Intendantin Tricia Tuttle die 76. Berlinale eröffnet. Bei der feierlichen Eröffnungsgala im Berlinale-Palast hob Tuttle die Internationalität der Festspiele hervor: Insgesamt repräsentierten Filmschaffende und deren Delegationen mehr als 140 Länder. Das Festival stärke zudem Verbindungen zum unabhängigen Kino.

Désirée Nosbusch führte durch den Abend und stellte dabei auch die Internationale Jury unter dem Vorsitz von Wim Wenders vor. Auf die Frage, was er heute seinem jüngeren Ich sagen würde, antwortete der 80-jährige Regisseur: “Ich würde mir sagen: Es ist in Ordnung, dass du Filme so ernst nimmst. Aber vielleicht solltest du Menschen ernster nehmen – und dich selbst nicht ganz so sehr.”

Wenders hat mit Werken wie “Der Himmel über Berlin” und “Paris, Texas” Filmgeschichte geschrieben. Auf der Berlinale wurde er mehrfach ausgezeichnet – mit dem Silbernen Bären ebenso wie mit dem Goldenen Ehrenbären.

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Bewegender Moment: Goldener Ehrenbär für Michelle Yeoh

Ein Höhepunkt der Gala im Berlinale-Palast war die Verleihung des Goldenen Ehrenbären an Michelle Yeoh. Die US-amerikanische Schauspielerin chinesisch-malaysischer Herkunft sorgte bereits früh als Actiondarstellerin für Aufsehen. 2023 wurde sie für die rasante Science-Fiction-Komödie “Everything Everywhere All at Once” mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Der Film wird am Samstag im Zoopalast gezeigt.

In seiner Laudatio würdigte der US-amerikanische Regisseur Sean Baker (Goldene Palme für “Anora”) Yeoh als inspirierende Schauspielerin mit einer “Leinwandpräsenz, die die Temperatur im Raum verändern kann”. Sie habe die Möglichkeiten des Actionfilms neu definiert und “der Gefahr eine Grazie verliehen”.

Mit dem Goldenen Ehrenbären wurde Yeoh als eine der vielseitigsten und einflussreichsten Schauspielerinnen ihrer Generation geehrt. Die Schauspielerin, die bereits 1999 Mitglied der Internationalen Jury war, zeigte sich sichtlich bewegt. Sie empfinde “immense Dankbarkeit und stille Verzauberung”, sagte sie mit Tränen in den Augen. “Das Festival bedeutet mehr für mich, als ich ausdrücken kann.” Schon als junge Schauspielerin auf der Suche nach ihrem Weg habe die Berlinale sie willkommen geheißen. Das Publikum dankte ihr mit minutenlangen Standing Ovations.

Eröffnet werden die 76. Internationalen Filmfestspiele mit der Weltpremiere “No Good Men” der afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat.

Starke Handschriften deutscher Regisseur:innen

Insgesamt 22 Filme aus 28 Ländern konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären – darunter 20 Weltpremieren. Das deutsche Kino ist im Wettbewerb mit drei unterschiedlichen Handschriften vertreten.

Regisseur Ilker Çatak stellt mit “Gelbe Briefe” seine erste Arbeit seit seinem oscarnominierten “Das Lehrerzimmer” vor. Sein Film erzählt von einem Künstlerehepaar aus Ankara, das sich gegen staatliche Willkür behaupten muss. Die Berliner Regisseurin Eva Trobisch präsentiert in “Etwas ganz Besonderes” ein Familienporträt mit Max Riemelt, Eva Löbau und Frida Hornemann. Ergänzt wird die deutsche Präsenz durch Angela Schanelec und ihrem aktuellen Drama “Meine Frau weint”.

Mit deutscher Beteiligung entstand “Rose” des österreichischen Regisseurs Markus Schleinzer mit Sandra Hüller in der Hauptrolle. Eine weitere deutsche Koproduktion ist “Rosebush Pruning” von Karim Aïnouz, ein Familiendrama mit Pamela Anderson, Elle Fanning und Callum Turner.

rbb-Koproduktionen im Berlinale-Programm

Der rbb ist mit zwei Dokumentarfilmen im Festival-Programm vertreten. “Chronos –Fluss der Zeit” (rbb/MDR) von Regisseur Volker Koepp und “Einar Schleef – Ich habe kein Deutschland gefunden” (rbb) von Sandra Prechtel. Beide Weltpremieren laufen in der Sektion Forum.

Insgesamt 51 deutsche Produktionen und 75 deutsche Koproduktionen laufen auf dem diesjährigen Festival, wie Jacqueline Lyanga, Co-Direktorin des Filmprogramms, bei der Eröffnung erklärte.

Zahlreiche internationale Stars haben sich für die Festival-Tage angekündigt, darunter etwa Juliette Binoche, Pamela Anderson und Ethan Hawke. Aber auch deutsche Filmprominenz zeigte sich bereits zum Auftakt auf dem roten Teppich, etwa Iris Berben, Daniel Brühl, Matthias Schweighöfer und Jella Haase.

Die Filmfestspiele in Berlin zählen neben Cannes, Venedig und Toronto zu den wichtigsten der Welt. In diesem Jahr stehen insgesamt 276 Filme aus zahlreichen Ländern auf dem Programm. Die Berlinale endet am 22. Februar mit einem Publikumstag. Der Kartenverkauf für die meisten Filme beginnt jeweils drei Tage vor der Vorstellung.

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Sendung: rbb24 Inforadio, 12.02.2026, 21:00 Uhr

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