Epstein-Akten: Dritter Rücktritt im Umfeld von Premier Starmer

Epstein-Akten: Dritter Rücktritt im Umfeld von Premier Starmer

Chris Wormald (links) und Keir Starmer (Archivbild vom 27.01.2026)

Stand: 13.02.2026 02:12 Uhr

Die Veröffentlichung der Epstein-Akten setzt dem britischen Premier Starmer zu. Innerhalb kürzester Zeit ist mit dem Kabinettssekretär Wormald nun der dritte hochrangige Mitarbeiter zurückgetreten. Eine Nachfolgerin scheint schon in Sicht.

Der britische Premierminister Keir Starmer muss innerhalb weniger Tage den dritten Abgang eines hochrangigen Mitarbeiters verzeichnen. Kabinettsekretär Chris Wormald sei “in gegenseitigem Einvernehmen” zurückgetreten, hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Der Cabinet Secretary leitet die zentrale Behörde des Cabinet Office und gilt als ranghöchster Beamter der britischen Regierung.

Sowohl Starmers Stabschef Morgan McSweeney als auch Kommunikationschef Tim Allan waren zuletzt kurz hintereinander zurückgetreten. Danach rief der schottische Labour-Chef Anas Sarwar Starmer zum Rücktritt auf. Die politische Zukunft des Premiers schien kurzzeitig am seidenen Faden zu hängen.

Anlass für die jüngste Regierungskrise war Starmers Berufung von Peter Mandelson zum britischen Botschafter in Washington, dessen Verbindung zum 2019 verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein teils bekannt war.

Mit Abgang wurde gerechnet

Dass auch Wormald seinen Posten räumen wird, war britischen Medien zufolge bereits erwartet worden. Starmer will seine Arbeit und das Team in der Downing Street neu ausrichten. Oppositionschefin Kemi Badenoch von den Konservativen warf ihm zuletzt vor, seine Mitarbeiter für die eigenen Fehler büßen zu lassen. Wormald hatte sein Amt als Kabinettsekretär Ende 2024 angetreten.

Eine mögliche Nachfolgerin Wormalds könnte laut dem Guardian Antonia Romeo werden. Sie wäre die erste Frau in der Position in Großbritannien.

Was sind die Epstein-Files?

Die sogenannten Epstein-Files bezeichnen eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten, Zeugenaussagen und Gerichtsunterlagen rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Der US-Multimillionär soll über Jahre hinweg ein Netzwerk zum sexuellen Missbrauch junger Frauen und Minderjähriger aufgebaut haben. Epstein wurde 2019 erhängt in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden, bevor es zu einem Strafprozess kommen konnte.

Im Mittelpunkt der Epstein-Files stehen Gerichtsakten aus Zivilprozessen, vor allem aus einem Verfahren der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell, die 2021 wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch verurteilt wurde. Viele dieser Unterlagen waren lange unter Verschluss. Anfang 2024 ordnete ein US-Gericht an, zahlreiche Dokumente öffentlich zugänglich zu machen. Es folgten weitere Veröffentlichungen.

Die Akten enthalten unter anderem Aussagen von Opfern und Zeugen, E-Mails, Fotos, Videos sowie Namen von Personen, die mit Epstein in Kontakt standen. Darunter finden sich Prominente aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die bloße Nennung eines Namens bedeutet keine Schuld. Zahlreiche Personen werden lediglich erwähnt, ohne dass ihnen strafbares Verhalten vorgeworfen wird.

Die Akten belegen, wie weitreichend Epsteins Kontakte waren und wie er offenbar seinen Reichtum und Einfluss nutzte, um sich und andere Beteiligte zu schützen. Zugleich zeigen sie, dass Justizbehörden schon früh Hinweise auf mögliche Straftaten Epsteins hatten. So meldeten sich bereits Anfang der 2000er-Jahre mehrere junge Frauen bei Polizei und Staatsanwaltschaft, ohne, dass es zu einer umfassenden Strafverfolgung kam. Eine vollständige Aufarbeitung steht bis heute aus.

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *