marktbericht
Der DAX startet schwungvoll und steht ganz im ganz Zeichen der laufenden Berichtssaison. Mit Siemens überzeugt ein Index-Schwergewichte, Autoaktien geben jedoch nach schwachen Mercedes-Zahlen nach.
An der Börse erwartet Anleger und Analysten heute viel Arbeit. Die Berichtssaison der Unternehmen geht mit Volldampf weiter. Die Börsianer können sich ganz auf die Geschäftszahlen konzentrieren. Die Wall-Street-Vorgaben bieten wenig Orientierung, die asiatischen Märkte legten in der Nacht jedoch zu. Auch aus der zweiten Reihe und dem europäische Ausland öffnen zahlreiche Unternehmen ihre Bücher.
Zur Eröffnung startet der deutsche Leitindex mit Gewinnen von rund ein Prozent in den Tag und überwindet wieder klar die Marke von 25.000 Punkten. Auch der MDAX der mittelgroßen Werte steigt, wenn auch nur moderat.
Aus dem DAX hält die Deutsche Börse nach den Zahlen vom Vorabend am Vormittag noch eine Analystenkonferenz ab. T-Aktien legen nach starken Zahlen der US-Tochter T-Mobile US am Vortag deutlich zu und gehören zu den größten Gewinnern. Lufthansa erholen sich im MDAX nach den Streikverlusten des Vortages. ThyssenKrupp geben moderat nach.
Gestützt wird der DAX durch die Siemens-Zahlen für das erste Geschäftsquartal. Gleichzeitig hält der Münchener Konzern heute seine Hauptversammlung ab. Nach einer Erhöhung der Ergebnisprognose steigt der Aktienkurs um rund sechs Prozent und erreicht in der Spitze bei bisher 273,30 Euro ein neues Rekordhoch. Ein Experte sprach von einem starken Start ins Geschäftsjahr bei guter Auftragslage.
Die für Siemens entscheidende Gewinnkennziffer – das Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten – soll 2025/26 nun auf 10,70 bis 11,10 Euro steigen. Zuvor war Siemens von 10,40 bis 11,00 Euro ausgegangen. Auch das Umsatzziel hat der scheidende Finanzvorstand Ralf Thomas in einer Telefonkonferenz erhöht. Ab 10.00 Uhr startet dann die Hauptversammlung. Die Aktionäre müssen unter anderem über eine auf 5,35 Euro (von zuvor 5,20 Euro) erhöhte Dividende abstimmen.
Gegen den Trend geben Mercedes-Aktien nach Vorlage der Geschäftszahlen rund fünf Prozent nach. Der Konzern kann vor allem die Absatzeinbußen in China nicht auffangen. Das Betriebsergebnis (Ebit) sackte gegenüber dem Vorjahr um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro ab, wie der Autobauer am Donnerstag mitteilte. Die Verkaufszahlen sinken Finanzchef Harald Wilhelm zufolge weiter, auch wenn es im zweiten Halbjahr Impulse durch neue Modelle geben könne.
Auch hohe Zölle und negative Wechselkurseffekte belasteten das Ergebnis. Das Betriebsergebnis (Ebit) sackte gegenüber dem Vorjahr um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro ab. Auch andere Autoaktien im DAX geben nach.
Auf den ersten Blick starke Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben am Mittwoch an den New Yorker Börsen keine Orientierung geboten. Die Beschäftigtenzahl war in den Vereinigten Staaten im Januar deutlich stärker als erwartet auf 130.000 gestiegen. Erwartet waren nur 70.000 neue Jobs. Allerdings wurde der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten deutlich nach unten revidiert. Anleger und Analysten rätseln nun, welche Auswirkungen die Daten auf die Geldpolitik der Notenbank Federal Reserve (Fed) haben könnten.
“Die erste Reaktion war sehr positiv, und dann wurde den Marktteilnehmern plötzlich klar: Wenn die Beschäftigungszahlen so stark ausfallen, werden wir vom nächsten Fed-Chef wohl so bald keine Zinssenkungen sehen”, sagte Mel Casey, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter FBB. “Die Erwartungen sind sehr hoch, und wir versuchen, die Nadel einzufädeln zwischen einer Wirtschaft, die zusammenhält – also weiterhin ein robustes BIP-Wachstum verzeichnet – und fallenden Zinsen.” Die Fed versucht, mit erhöhten Zinsen die Inflation einzudämmen, ohne die Konjunktur abzuwürgen.
Die großen US-Aktienindizes bewegten sich kaum, der Leitindex Dow Jones und die Technologiebörse Nasdaq verloren rund 0,1 Prozent, der S&P 500 endete unverändert bei 6.941 Punkten.
