Eintägiger Streik bei der Lufthansa hat begonnen

Eintägiger Streik bei der Lufthansa hat begonnen

Eine Frau schaut beim Gehen auf eine Anzeigetafel mit annullierten Flügen am Frankfurter Flughafen.

Stand: 12.02.2026 08:41 Uhr

Im Kampf um höhere Altersversorgung und bessere Tarifverträge legen Piloten und das Kabinenpersonal von Lufthansa heute die Arbeit nieder. In Deutschland soll so gut wie keine Maschine abheben. Kunden können digital umbuchen.

Wie angekündigt hat in der Nacht der Streik bei der Lufthansa begonnen. Betroffen sind fast alle Verbindungen von deutschen Flughäfen. Nur sehr vereinzelt finden sich auf den Abflugplänen größerer Airports Flüge, die starten. Nach Angaben des Flughafenverbands ADV dürften über 460 Flüge mit rund 69.000 Passagieren ausfallen.

Die Lufthansa bat Kunden, sich digital über den Status ihrer Flüge zu informieren und nicht ohne Prüfung zum Flughafen zu fahren. Das Unternehmen kündigte an, im großen Umfang elektronische Umbuchungen anzubieten. Man rechne damit, dass der Flugverkehr morgen wieder planmäßig laufen werde.

Piloten stimmten schon im Herbst für Streiks

Sowohl die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) als auch die Gewerkschaft UFO für das Kabinenpersonal hatten zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Die rund 4.800 Piloten der Lufthansa und der Frachtsparte Lufthansa Cargo streiken für höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Hierzu liegt schon seit dem Herbst eine Urabstimmung der Mitglieder vor, die mit deutlicher Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben. Von einem Streik hatte die Gewerkschaft in den letzten Monaten abgesehen.

Die Kabinengewerkschaft UFO will ohne eine Urabstimmung der knapp 20.000 Beschäftigten mit einem Warnstreik Verhandlungen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht, heißt es. UFO will für die Beschäftigten einen tariflichen Sozialplan aushandeln, der bislang vom Management verweigert werde.

Konzern sieht keinen Spielraum bei Forderungen der Crews

Den Streik des Kabinenpersonals bezeichnete der Lufthansa-Vorstand als “völlig unnötige Eskalation”. Die Forderungen der Gewerkschaften würden weitere starke Kostensteigerungen bei der Kerngesellschaft bedeuten, sagte Personalvorstand und Arbeitsdirektor Michael Niggemann. Dort gebe es aber keinerlei Spielraum.

Die mit Abstand größte Airline des Konzerns war 2024 in die Verlustzone gestürzt und soll mit einem Sparprogramm namens “Turnaround” wieder auf Kurs gebracht werden.

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *