Mit bis zu 250 Kilometer pro Stunde raste der Tropensturm “Gezani” über den afrikanischen Inselstaat Madagaskar hinweg. Weite Teile des Landes wurden zerstört, mehr als 30 Menschen starben.
Luftaufnahmen zeigen Bilder der Verwüstung. Gebäude sind eingestürzt, Lagerhallen zerstört, Dächer abgedeckt, Bäume entwurzelt und ganze Landstriche überflutet. Straßen haben sich in Flüsse verwandelt und sind unpassierbar. Dörfer und Stadtviertel stehen unter Wasser.
Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometer pro Stunde hat der Zyklon “Gezani” auch Strom- und Telekommunikationsleitungen unterbrochen. Nach Behördenangaben kamen mindestens 31 Menschen ums Leben, viele weitere wurden zum Teil schwer verletzt.
Die Opferzahlen könnten weiter steigen, weil es noch mehrere Vermisste gibt. Die Rettungskräfte sind nach wie vor im Dauereinsatz. Tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.
Zweitgrößte Stadt offenbar zu 75 Prozent zerstört
Besonders betroffen ist die mit etwa 400.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Madagaskars, Toamasina an der Ostküste des Landes, die laut dem Interimspräsidenten Michael Randrianirina zu 75 Prozent zerstört sein soll.
Der im vergangenen Oktober nach einem Militärputsch an die Macht gekommene Staatschef ruft die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung auf. Die aktuelle Lage würde Madagaskars Möglichkeiten übersteigen.
Überschwemmungsgefahr bleibt
Meteorologen gehen davon aus, dass der Tropensturm über Land an Stärke verliert. Dennoch bleibe die Gefahr groß, dass anhaltender Starkregen zu Überschwemmungen und Erdrutschen führt.
Madagaskar liegt im Indischen Ozean, östlich von Mosambik. Die größte Insel Afrikas zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und wird immer wieder von schweren Unwettern heimgesucht.

