Schüsse auf General: Moskau beschuldigt Kiewer Geheimdienst

Schüsse auf General: Moskau beschuldigt Kiewer Geheimdienst

Ein Polizeiwagen steht vor einem Gebäude in Moskau.

Stand: 08.02.2026 10:31 Uhr

Ein russischer General ist durch Schüsse in Moskau schwer verletzt worden. Jetzt gibt es zwei Festnahmen: Beide Verdächtige sind Russen, die Ermittler machen aber ukrainische Geheimdienste verantwortlich.

Nach den Schüssen auf den stellvertretenden Chef des russischen Militärgeheimdienstes, Wladimir Alexejew, sind zwei Verdächtige festgenommen worden. Der Täter, ein Russe mit Jahrgang 1960, sei in Dubai festgenommen und an Russland übergeben worden, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf den Inlandsgeheimdienst FSB.

Der Attentäter habe demnach auf Anweisung ukrainischer Geheimdienste gehandelt. Er soll Tass zufolge im Dezember 2025 in die russische Hauptstadt Moskau gekommen sein, um einen Terrorakt zu verüben.

Ein Komplize, ein 1959 geborener Russe, sei in Moskau gefasst worden. Eine weitere mutmaßliche Komplizin floh den Angaben nach in die Ukraine.

Alexejew schwer verletzt im Krankenhaus

Alexejew war nach Behördenangaben am Freitag in einem Wohnhaus im Nordosten von Moskau angeschossen worden und kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Behörden leiteten ein Strafverfahren wegen versuchten Mordes ein. Der russische Außenminister Sergej Lawrow warf der Ukraine vor, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Kiew wies die Vorwürfe zurück.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein hochrangiger Militär in Russland Ziel eines Angriffs wurde. 2025 kam Generalleutnant Jaroslaw Moskalik durch die Explosion einer Autobombe ums Leben. 2024 wurde Igor Kirillow, Chef der russischen ABC-Abwehrtruppen, ebenfalls durch eine Bombe getötet.

Der ukrainische Geheimdienst bekannte sich damals zu der Tat. Russland verurteilte die Anschläge als “Terrorismus” und als Zeichen dafür, dass Kiew nicht an einem Frieden interessiert sei.

Mögliche Verbindung zur Wagner-Gruppe?

Dieses Mal war das Vorgehen anders, es gab keine Bombe sondern Schüsse. Beobachter halten es daher auch für möglich, dass Rache hinter dem Angriff steckt. Alexejew wurde in Russland bekannt, weil er im Sommer 2023 an der Niederschlagung des Aufstandes der Söldnergruppe Wagner gegen die russische Militärführung beteiligt war.

Aleksejew wurde damals mit den Verhandlungen mit Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin betraut. Der starb später bei einem Flugzeugabsturz, den manche Beobachter ebenfalls als Anschlag werten.

Der Angriff auf Alexejew erfolgte einen Tag nach einer Gesprächsrunde über ein Ende des Ukraine-Kriegs in Abu Dhabi. Dort leitete sein Vorgesetzter Igor Kostjukow die Verhandlungen für die russische Seite. Laut Außenminister Lawrow wird nun die russische Führung darüber entscheiden, wie sich der Angriff auf Alexejew auf den Verhandlungsprozess auswirkt.

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