Kubas Bevölkerung muss sich auf Einschnitte im öffentlichen Leben einstellen: Weil die Kraftstoffvorräte nach der US-Ölblockade schrumpfen, soll Energie gespart werden – bei den Behörden, in Schulen und im Verkehr.
Die US-Sanktionen verschärfen die Energiekrise in Kuba weiter: Im ganzen Land wird der Kraftstoff knapp. Die Regierung ergreift deshalb drastische Sparmaßnahmen. Ein Notfallplan soll wesentliche Dienstleistungen und das Wirtschaftsleben aufrechterhalten – führt aber zu Einschnitten für die Bewohner der Karibikinsel.
Bus- und Bahnverbindungen sowie Fährfahrten werden stark eingeschränkt. Um Energie zu sparen, soll die öffentliche Verwaltung den Regierungsangaben zufolge nur noch von Montag bis Donnerstag tätig sein. Weitere Sparmaßnahmen sehen verkürzte Schultage sowie eine reduzierte Anwesenheitspflicht in Universitäten vor. Auch der Kraftstoffverkauf solle eingeschränkt werden.
Besucher aus dem Ausland sind in Teilen betroffen. Der Tourismus als wichtige Devisenquelle müsse geschützt werden, das Angebot werde sich jedoch auf die Urlaubsziele mit der höchsten Nachfrage konzentrieren, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Óscar Pérez-Oliva. Der Betrieb an den Flughäfen soll gewährleistet bleiben.
Kuba spricht von “aggressiver Eskalation” durch die USA
Die Regierung in Havanna macht Washington für die Maßnahmen verantwortlich: Die US-Regierung habe im Zuge seiner “aggressiven Eskalation” gegen Kuba eine “Energie-Blockade” verhängt, sagte Pérez-Oliva. Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel warnte am Donnerstag, die Vereinigten Staaten versuchten durch eine Erdölblockade die Wirtschaft der Insel “vollständig zu ersticken”.
Seit Dezember bekommt Kuba kein Öl mehr aus Venezuela – denn US-Präsident Donald Trump hatte eine vollständige Blockade der sanktionierten Öltanker von dort angeordnet. Danach drohte Trump per Dekret auch mit Zöllen gegen Länder, die Kuba Öl liefern. Die kubanische Regierung bezeichnete dies als “brutalen Akt der Aggression”. Aber Mexiko, zuletzt Kubas größter Ölversorger, stellte seine Lieferungen daraufhin ein.
Kuba in schlimmer Wirtschaftskrise
Kuba steckt in seiner schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Seit Ende 2024 gab es fünf landesweite Stromausfälle in Kuba, die teilweise mehrere Tage dauerten. Immer wieder haben die Menschen mit Blackouts zu kämpfen, die mitunter mehr als 20 Stunden dauern.
Das Elektrizitätsnetz ist wegen fehlender Investitionen marode, es fehlt an Lebensmitteln und Medikamenten. Infolge der Krise besuchen auch immer weniger Touristen die Insel.
Gemeinsam mit den Sparmaßnahmen hat die Regierung jetzt die Installation von 20.000 Solarsystemen angekündigt, die Solarpaneele und Batterien für die Nutzung in der Nacht umfassen. Mit Solarstrom sollen Pflegeheime, Kinderkrippen und Gemeindezentren sowie Banken versorgt werden.
