Erst vor kurzem hat sie die “Junge Alternative” als Jugendorganisation der AfD abgelöst. Jetzt hat die “Generation Deutschland” in Berlin und Brandenburg Verbände gegründet. Beide Neugründungen wurden von Protesten begleitet.
- “Generation Deutschland” hat jetzt Verbände in Berlin und Brandenburg
- Proteste gegen AfD-Jugend an beiden Versammlungsorten
- Vorgängerorganisation vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft
Die neue AfD-Jugendorganisation “Generation Deutschland” hat am Samstag in Brandenburg und Berlin jeweils Landesverbände gegründet.
Zum Vorsitzenden in Brandenburg wurde am Vormittag der Landtagsabgeordnete Fabian Jank als einziger Kandidat ohne Gegenstimme gewählt. Jank fiel bisher durch seine Nähe zur rechtsextremen Identitären Bewegung und durch das Posten von NS-Parolen in Social Media auf.
Jank erklärte in seiner Rede, die Organisation müsse “junge Leute schulen: politisch, sportlich, charakterlich.” Es brauche nicht nur in Parlamenten einen Politikwechsel, sondern auch in Redaktionen, an Universitäten und in Unternehmen. Jank, aber auch etliche andere Redner erklärten, sie wollten sich nicht vom sogenannten politischen Vorfeld distanzieren – also beispielsweise von der rechtsextremen Identitäten Bewegung.
Gründung auch in Berlin – Proteste in beiden Bundesländern
Auch in Berlin hat die neue AfD-Jugendorganisation seit Samstag einen Landesverband. Bei einem Treffen in Reinickendorf wurde er am Nachmittag gegründet. Dabei wurde der 28-jährige Martin Kohler einstimmig zum Landesvorsitzenden gewählt. Kohler ist AfD-Fraktionschef in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitglied im Landesvorstand. Er war drei Jahre lang Chef der aufgelösten Berliner “Jungen Alternative”, der Vorgängerorganisation der “Generation Deutschland”.
In seiner Bewerbungsrede übte Kohler scharfe Kritik an der CDU und dem Regierendern Bürgermeister Kai Wegner. Berlin brauche eine “Kernsanierung”. Für den anstehenden Abgeordnetenhaus-Wahlkampf gab Kohler als Ziel aus, der Linken “die Vorherrschaft bei der Jugend streitig zu machen”.
Demo gegen AfD-Jugendorganisation in Berlin
Nach AfD-Angaben startet der Hauptstadt-Verband mit etwa 70 Mitgliedern. Landes-Parteichefin Kristin Brinker sprach von einem echten Neuanfang und lobte die enge Anbindung der “Generation Deutschland” an die Mutterpartei. Falls nötig, könne die nun besser gegen problematische Mitglieder durchgreifen.
Begleitet wurden beide Neugründungen von Protesten. Vor dem Veranstaltungsort in Königs Wusterhausen versammelten sich etwa 100 Menschen, um gegen die AfD-Jugendorganisation zu protestieren. Dazu aufgerufen hatten unter anderen SPD, Grüne, Linke und der Verein “Omas gegen Rechts”. In Berlin nahmen rund 130 Menschen an einem Gegenprotest teil, die mit Sprechchören und Transparenten mit Aufschriften wie “AfD-Verbot jetzt!” hinter den aufgebauten Absperrgittern demonstrierten.
Vorgänger-Organisation als gesichert rechtsextremistisch eingestuft
Die “Generation Deutschland” ist die Nachfolgeorganisation der “Jungen Alternative”, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wurde und sich im Frühjahr 2025 aufgelöst hatte. Die neue Jugendorganisation, die sich im November gründete, soll deutlich enger an die AfD gebunden sein und der Kontrolle der Parteiführung unterliegen. Als Bundesvorsitzender wurde der Brandenburger Landtagsabgeordnete Jean-Pascal Hohm gewählt.
Bei der neuen AfD-Jugendorganisation ist nach Ansicht der Bundesregierung keine Mäßigung gegenüber der aufgelösten Vorgängerorganisation zu erkennen. Das Innenministerium schrieb auf eine Anfrage aus der Grünen-Bundestagsfraktion, auf der Gründungsversammlung habe es Äußerungen gegeben, die als tatsächliche Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gewertet würden.
Die Politikwissenschaftlerin Anna-Sophie Heinze von der Universität Trier sieht bei der neuen AfD-Jugendorganisation “inhaltlich und personell” viel Konstanz im Vergleich zur “Jungen Alternative”, “wenn es nicht sogar in eine radikalere Richtung geht”, sagte sie dem rbb.
Sendung: Radioeins vom rbb, 07.02.2026, 15:00 Uhr
