Gerade erst wurden Spanien und Portugal tagelang vom Sturm “Leonardo” heimgesucht. Nun warnen die Behörden vor dem nächsten Unwetter. “Marta” soll weitere Überschwemmungen, Orkanböen und meterhohe Wellen an den Küsten bringen.
Nur wenige Tage nach den schweren Überschwemmungen infolge des Sturmtiefs “Leonardo” haben sich die Behörden in Spanien und Portugal auf weitere starke Regenfälle und Winde durch das neue Sturmtief “Marta” vorbereitet.
In großen Teilen der südspanischen Region Andalusien sowie im Nordwesten Spaniens wurde heute die zweithöchste Warnstufe Orange ausgerufen. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez warnte nach einem Flug über Südspanien vor schwierigen Tagen für die Region aufgrund der “sehr gefährlichen” Wettervorhersage.
Straßen gesperrt, Bahnverkehr eingestellt
Der spanische Wetterdienst Amet warnte vor heftigen Niederschlägen und starkem Wind. Es werde allerdings erwartet, dass die Niederschläge durch “Marta” weniger “außergewöhnlich” ausfallen würden als während der vergangenen Tage, teilte der spanische Wetterdienst mit.
Die Flüsse hätten angesichts der Wassermassen ihre Kapazitätsgrenze erreicht, erklärte der Regionalpräsident von Andalusien, Juan Manuel Moreno, nun im Onlinedienst X. Viele Straßen blieben vorsichtshalber gesperrt, der Bahnverkehr wurde weitgehend eingestellt. Die Behörden forderten die Menschen auf, Reisen zu verschieben.
Bis zu 13 Meter hohe Wellen
Im Nachbarland Portugal warnte der Wetterdienst Ipma angesichts von “Marta” vor Wellen von bis zu 13 Metern Höhe und verhängte die Warnstufe Orange für die gesamte Küste sowie für 18 Bezirke im Zentrum und Süden des Landes. 26.500 Rettungskräfte waren im Einsatz.
Die Wettervorhersage sei “äußerst besorgniserregend”, erklärte der Leiter der portugiesischen Zivilschutzbehörde, Mario Silvestre, laut der Nachrichtenagentur Lusa. Die Behörde befürchtete, dass “Marta” Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 Stundenkilometern mitbringen könnte.
Auch in Portugal stünden alle Flussgebiete weiterhin unter enormem Druck, insbesondere entlang des Tejo in der Region der Hauptstadt Lissabon und des Sado weiter südlich, sagte ein Sprecher der Zivilschutzbehörde der Nachrichtenagentur AFP.
Zehntausende wegen “Leonardo” evakuiert
In den vergangenen Tagen hatte das Tiefdruckgebiet “Leonardo” in Teilen der Iberischen Halbinsel für anhaltende schwere Regenfälle gesorgt und in Spanien zu starken Überflutungen und Erdrutschen geführt. Zwei Menschen kamen ums Leben, mehr als 10.000 Menschen wurden evakuiert. “Leonardo” hatte drei portugiesische Gemeinden veranlasst, ihre Abstimmungen bei der für Sonntag angesetzten Präsidentenwahl um eine Woche zu verschieben.
Die Iberische Halbinsel hat besonders unter dem Klimawandel zu leiden: Seit Jahren stöhnen die Menschen dort unter extremen, immer längeren Hitzewellen, auch schon vor Beginn des Sommers. Im Herbst und Winter folgen dann immer häufiger Starkregen und Überschwemmungen.
Auch das weiter südlich gelegene Marokko wurde in den vergangenen Tagen von heftigen Stürmen getroffen. 150.000 Menschen im Norden des Landes mussten in Sicherheit gebracht werden.
