Unterhändler der Ukraine und Russlands haben ihre zweitägigen Gespräche in den Vereinigten Arabischen Emiraten beendet. Viel drang nicht an die Öffentlichkeit – allerdings wurde der Austausch einiger Hundert Gefangener angekündigt.
Die Ukraine und Russland haben ihre zweitägigen Verhandlungen unter Vermittlung der USA in Abu Dhabi beendet. Bei den Gesprächen einigten sie sich auf einen neuen Gefangenenaustausch.
Es sei der erste seit fünf Monaten und betreffe 314 Gefangene, teilte der US-Sondergesandte Steve Witkoff im Onlinedienst X mit. Die Einigung sei “durch detaillierte und produktive Friedensgespräche erzielt” worden, erklärte Witkoff und betonte, dass “noch viel Arbeit vor uns liegt”. Weitere Ergebnisse oder Details zu den Verhandlungen wurden nicht bekanntgegeben.
Am zweiten Tag der Verhandlungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten über ein Ende des russischen Angriffskriegs nahmen neben den Delegationen aus Kiew und Moskau auch Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, teil. “Wir arbeiten im gleichen Format wie gestern: trilaterale Konsultationen, Gruppenarbeit und weitere Annäherung der Positionen”, schrieb der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow am Morgen auf Telegram.
Positionen weit auseinander
Der Sondergesandte von Kremlchef Wladimir Putin, Kirill Dmitrijew, hatte erklärt, dass Fortschritte zu verzeichnen seien. “Es gibt eine gute, positive Bewegung nach vorn”, sagte er. Es werde aktiv an der Wiederherstellung der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten gearbeitet, unter anderem im Rahmen einer amerikanisch-russischen Arbeitsgruppe zum Thema Wirtschaft, ergänzt er.
In den zentralen Punkten zu einer Beendigung des Krieges liegen die Positionen der Kriegsparteien jedoch nach wie vor weit auseinander. Moskau fordert den Abzug der ukrainischen Truppen aus der gesamten Region Donezk als Vorbedingung für eine Einigung. Kiew lehnt dies ab und fordert stattdessen ein Einfrieren des Konflikts entlang der aktuellen Frontlinie.
Als besonders heikel gilt neben den Gebietsfragen auch das Schicksal des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja. Kremlsprecher Dmitri Peskow bekräftigte, die russischen Truppen würden so lange kämpfen, bis Kiew zu Entscheidungen gelange, die den Krieg beenden könnten.
Erste Runde ohne greifbare Fortschritte
Es war die zweite Verhandlungsrunde in Abu Dhabi über ein Ende des vor vier Jahren von Putin befohlenen Kriegs gegen die Ukraine. Die erste Runde fand nach monatelanger Funkstille zwischen Moskau und Kiew am 23. und 24. Januar statt.
Sie endete ohne greifbare Ergebnisse. Allerdings betonten beide Seiten – sowie die USA als Vermittler – deutliche Fortschritte. Dem Vernehmen nach wurde dort auch eine später von US-Präsident Donald Trump verkündete Teilwaffenruhe abgestimmt, die der Ukraine zumindest für eine kurze Zeit eine Pause von den Angriffen aus der Luft gewährte.
Die jetzigen Verhandlungen wurden wieder von schweren Kämpfen und gegenseitigem Misstrauen überschattet. Kurz nach Beginn der Gespräche am Mittwoch schlugen russische Raketen nach ukrainischen Angaben auf einem Markt in der Ostukraine ein. Dabei wurden dem Gouverneur der Region Donezk zufolge mindestens sieben Menschen getötet und 15 verletzt. Heute griff Russland nach ukrainischen Angaben unter anderem Kiew sowie die Eisenbahninfrastruktur der Ukraine an.
