KfW will Anträge auf Fördergelder vereinfachen

KfW will Anträge auf Fördergelder vereinfachen

Sanierung eines Einfamilienhauses.

Stand: 04.02.2026 18:00 Uhr

Künftig soll es leichter sein, Fördergelder bei der staatlichen Bankengruppe KfW zu beantragen. Vor allem die Wohnförderung soll vereinfacht werden. An den Konditionen ändert sich aber nichts.

Die KfW wolle die Förderung fairer und effektiver machen, sagt der Chef der staatlichen Bankengruppe, Stefan Wintels, bei einer Pressekonferenz in Frankfurt mit Blick auf das Förderangebot zu Wohngebäuden: “Deshalb wollen wir die über zehn Programme auf zwei reduzieren, einmal für den Neubau und einmal für den Bestand, also wenn bestehende Immobilien saniert werden sollen.”

Laut KfW geht es lediglich darum, die Angebote besser zu präsentieren. An den Förderprogrammen werde sich dagegen nichts ändern. Die eigentlichen Rahmenbedingungen blieben gleich. Das sorgt aber mitunter für Unmut.

Für manche Programme gelten strenge Kriterien

Familie Gaviraghi hat vor zwei Jahren ein Haus in Wiesbaden gekauft. Im Vorfeld habe man überlegt, wie man diesen Neubau finanzieren solle, sagt der 44 Jahre alte Federico Gaviraghi: “Wir haben uns für einen Kredit bei einer privaten Bank entschieden und keinen Antrag auf eine Förderung bei der KfW gestellt.” Denn sie würden die dafür nötigen Kriterien auch gar nicht erfüllen, sagt der gebürtige Italiener.

So wie in diesem Fall sei das KfW-Förderangebot oft unattraktiv, bestätigt der unabhängige Berater für Baufinanzierung Uwe Steffen aus Bad Homburg. Wenn Familien etwa mit Hilfe der KfW ein Haus bauen wollten, müssten sie dieses nicht nur besonders energiesparend gestalten, sondern sie dürften auch nicht zu viel verdienen.

Der Traum vom Eigenheim soll für alle bezahlbar sein

“Das Hauptkriterium ist dabei das zu versteuernde Einkommen, das darf für eine Familie mit Kindern maximal 100.000 Euro betragen”, erklärt der Finanzberater. “Wer bereits eine Immobilie besitzt, kommt für bestimmte Programme auch nicht in Frage.” Somit gehen laut Steffen in seiner Beratung viele Verbraucher leer aus.

Mit der Regelung wolle man gezielt Familien mit einem niedrigen Einkommen ansprechen, heißt es beim Bundesbauministerium. Auch sie sollten sich den Traum von den eigenen vier Wänden leisten können. Die Förderprogramme der KfW seien im letzten Jahr sehr gut nachgefragt worden. Teilweise seien die Konditionen deutlich verbessert worden. So wird seit letztem Dezember vorübergehend auch wieder der Neubau von Niedrigenergiehäusern mit dem geringeren Effizienzhaus-Standard 55 gefördert.

KfW bezeichnet Heizungsförderung als erfolgreich

Mit dem abgelaufenen Förderjahr zeigt sich auch KfW-Vorstandschef Stefan Wintels sehr zufrieden. “Wir haben im vergangenen Jahr rund 750.000 Wohneinheiten gefördert”, berichtet Wintels. “Vor allem die Heizungsförderung war sehr erfolgreich.” Wenn Verbraucher eine klassische Öl- oder Gasheizung austauschen, können sie sich im Idealfall bis zu 70 Prozent ihrer Kosten von der KfW erstatten lassen.

Insgesamt sank das Fördergeschäft jedoch im Jahresvergleich: 2024 hatte die KfW noch rund 113 Milliarden Euro an Förderkrediten und Zuschüssen neu vergeben. Dagegen war es ein Jahr später, also 2025, mit 98 Milliarden Euro deutlich weniger.

Wann kommt das überarbeitete Heizungsgesetz?

Für Verunsicherung sorgt zudem die aktuelle Debatte rund um das Heizungsgesetz. Ursprünglich wollte die schwarz-rote Koalition es laut Koalitionsvertrag abschaffen, nun soll es überarbeitet werden. Laut Bundeswirtschaftsministerium laufen die Gespräche. Die KfW sei daran beteiligt und versuche Impulse zu geben, was beispielsweise Veränderungen für die Verbraucher bedeuten würde, sagt KfW-Vorständin Melanie Kehr, zuständig für das Fördergeschäft in Deutschland.

Dagegen fordert etwa der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie ein schnelleres Vorgehen. In der Branche gebe es momentan eine Absatzkrise, sagt der Sprecher des Verbandes, Frederic Leers. Im vergangenen Jahr seien mit bundesweit 627.000 Anlagen so wenige Heizungen verkauft worden wie zuletzt 2010.

“Wir glauben, dass diese Entwicklung mit einer Verunsicherung der Verbraucher zusammenhängt”, erklärt Leers. “Die Bundesregierung schreibt, dass sie das Heizungsgesetz abschaffen will, lässt aber bis heute unklar, was an dessen Stelle kommen soll.” Deshalb erhofft sich der Verband mehr Klarheit, von der Politik wie auch von der Förderbank KfW.

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