Künstliche Intelligenz: Telekom startet riesige KI-Fabrik für die Industrie

Künstliche Intelligenz: Telekom startet riesige KI-Fabrik für die Industrie

Serverschränke in der KI-Fabrik „Industrial AI Cloud“ der Telekom und NVIDIA.


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Stand: 04.02.2026 15:41 Uhr

Die Telekom nimmt in München ein gewaltiges KI-Rechenzentrum in Betrieb. Was hinter dem Milliardenprojekt steckt, welche Rolle der US-Chipkonzern Nvidia spielt – und wer die neue Hightech-Anlage nutzen soll.

Worum geht es?

Die Deutsche Telekom nimmt heute in München ein großes komplett renoviertes KI-Rechenzentrum offiziell in Betrieb. Der Bonner Konzern bezeichnet die Anlage als eine der “größten KI-Fabriken in Europa”. Die Infrastruktur soll Unternehmen ermöglichen, leistungsfähige Künstliche Intelligenz zu trainieren und zu betreiben.

Wer ist an dem Projekt beteiligt?

Die Telekom hat das Rechenzentrum gemeinsam mit dem US-Chiphersteller Nvidia ausgebaut, Nvidia lieferte die Hochleistungsprozessoren. Der deutsche Technologiekonzern SAP steuerte Software bei. Zu den künftigen Nutzern zählen unter anderem der Robotikhersteller Agile Robots und der Militärdrohnen-Anbieter Quantum Systems.

Wie viel Geld wurde investiert?

Nach Angaben der Telekom belaufen sich die Investitionen auf rund eine Milliarde Euro. Das Rechenzentrum wurde dafür grundsaniert, zudem schaffte der DAX-Konzern rund 10.000 Grafikprozessoren von Nvidia an. Die Telekom will damit in Deutschland in die Topliga der Rechenzentren vorstoßen. Zum Vergleich: Deutschlands größter Supercomputer Jupiter, der im Forschungszentrum in Jülich steht, verfügt über 24.000 Grafikprozessoren.

Warum vergingen nur drei Monate zwischen Ankündigung und Start?

Die Telekom baute nicht auf der grünen Wiese, sondern nutzte ein bestehendes Rechenzentrum in München, das früher von der Hypovereinsbank betrieben wurde. Das Rechenzentrum liegt unterirdisch auf mehreren Ebenen im Büroquartier Tucherpark nahe des Englischen Gartens.

Warum ist der Standort strategisch wichtig?

München gilt als wichtiger Industriestandort mit vielen potenziellen KI-Kunden. Unternehmen wie der Autohersteller BMW, der Industriekonzern Siemens oder der Flugzeughersteller Airbus benötigen für KI-Anwendungen kurze Datenlaufzeiten (Latenz). Durch den innerstädtischen Standort will die Telekom diese Anforderungen besser erfüllen als mit einem Rechenzentrum in einem entfernten Gewerbegebiet.

Wie wird die enorme Abwärme der KI-Chips genutzt?

KI-Prozessoren entwickeln sehr viel Hitze. Die Telekom plant, das Wasser des nahegelegenen Eisbachs zur Kühlung zu nutzen. Zudem soll die entstehende Abwärme perspektivisch in das lokale Fernwärmenetz eingespeist werden, um umliegende Gebäude zu beheizen.

Wie positioniert sich die Telekom gegen US-Cloudriesen?

Große US-Konzerne wie Amazon, Microsoft oder Google investieren jährlich ein Vielfaches von dem, was die Telekom in die Hand nehmen kann. Die Telekom setzt jedoch auf eine Nische: hochsichere KI-Rechenzentren in direkter Nähe zu den industriellen Kunden – kombiniert mit dem Versprechen der Datensouveränität.

Was bedeutet Datensouveränität?

Die Telekom wirbt damit, dass die Daten physisch in Deutschland verbleiben und deutschem sowie europäischem Recht unterliegen. Für viele Unternehmen ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber Anbietern in den Vereinigten Staaten, bei denen Gesetze wie der “US Cloud Act” theoretisch Zugriffe von US-Behörden ermöglichen.

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