Der Film “Melania” über die First Lady ist die teuerste Doku aller Zeiten. Während in Europa die Säle leer bleiben, sorgen Trump-Fans für einen starken Kinostart in den USA. Doch die hohen Kosten sind schwer einzuspielen.
Die Fans von Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump haben “Melania” zu einem furiosen Start an den US-Kinokassen verholfen. Der Film übertraf die Erwartungen von Branchenkennern bei Weitem und sprang direkt auf Platz drei der US-Kinocharts. Am Startwochenende spielte er rund sieben Millionen Dollar ein – das erfolgreichste Kino-Debüt eines Dokumentarfilms seit zehn Jahren.
Trump-Anhänger strömen in die Kinos
Melania Trump postete auf X stolz, der Film habe “bereits mehr eingespielt als fünf Oscar-Nominierte des Jahres 2025”. Vor allem in den republikanischen Hochburgen strömten die Zuschauer in die Kinos – Beobachtern zufolge zählten Dallas, Orlando, Tampa, Phoenix, Houston, Atlanta und West Palm Beach zu den erfolgreichsten Städten für “Melania”.
Außerhalb der USA interessierten sich dagegen kaum Zuschauer für den Film: So landete “Melania” etwa in Großbritannien am ersten Wochenende auf Platz 29 der Kinocharts und spielte gerade einmal 32.974 Pfund ein.
“Melania” ist teuerste Doku aller Zeiten
Trotz des positiven Starts an den US-Kinokassen: Finanziell gesehen ist “Melania” von einem Erfolg meilenweit entfernt. Amazon MGM Studios, das den Film finanziert hat, muss noch einen sehr langen Weg zurücklegen, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Denn die Ausgaben waren gigantisch: Amazon zahlte 40 Millionen Dollar für die Rechte – und machte “Melania” damit laut dem Hollywood Reporter zum teuersten Dokumentarfilm der Geschichte.
Zum Vergleich: Laut der International Documentary Association belief sich 2025 das durchschnittliche Budget für eine Doku mit Beteiligung von Firmen aus den USA, Großbritannien oder Kanada auf gerade einmal 900.000 Dollar.
35 Millionen Dollar für Marketing und Promotion
Doch damit genug: Zusätzlich zu den 40 Millionen Dollar für die Rechte investierte Amazon weitere 35 Millionen Dollar ins Marketing – eine schwindelerregend hohe Summe für einen Dokumentarfilm. Laut der New York Times (NYT) beläuft sie sich auf das Zehnfache dessen, was andere hochkarätige Dokumentarfilme erhalten haben.
Das Geld floss unter anderem in Fernsehwerbespots während der NFL-Playoff-Spiele, eine gleichzeitige Premiere in 25 Kinos in den Vereinigten Staaten sowie Werbung auf Bussen und Popcorn-Boxen in den Kinos.
Welche Motive verfolgt Jeff Bezos mit “Melania”?
Amazon plant zwar, “Melania” auch über seinen Streamingdienst zu vermarkten, auch eine Begleit-Dokuserie für Prime Video ist im Gespräch. Trotzdem bleibt mit Blick auf die gigantischen Gesamtkosten von 75 Millionen Dollar die Frage: Welche Motive verfolgt Amazon mit “Melania” wirklich?
Finanzielle können es wohl kaum sein – zumal, wenn man bedenkt, dass die 40 Millionen Dollar, die Amazon für den Erwerb der Rechte ausgab, rund 26 Millionen Dollar über dem nächsthöheren Gebot von Disney lagen. Melania Trump selbst hat Medienberichten zufolge mehr als 70 Prozent des 40 Millionen-Dollar-Deals erhalten, also über 28 Millionen Dollar.
“Einschmeichelei oder gar Bestechung”
Der Deal mit Melania Trumps Produktionsfirma soll kurz nach einem Abendessen von Amazon-Gründer Jeff Bezos mit Donald Trump in Mar-a-Lago zustande gekommen sein. Kritiker sehen darin einen Versuch Bezos, sich Trumps Gunst zu erkaufen.
“Wie kann das nicht mit Einschmeichelei oder gar Bestechung gleichgesetzt werden?”, zitiert etwa die NYT Ted Hope, der von 2015 bis 2020 bei Amazon arbeitete und maßgeblich am Aufbau der Filmabteilung des Unternehmens beteiligt war.
Amazon selbst hat immer wieder betont: “Wir haben den Film nur aus einem einzigen Grund lizenziert – weil wir glauben, dass unsere Kunden ihn lieben werden.”

