Kaum ist das Auto abgeschlossen, verschwinden die Türgriffe elegant in der Karosserie. Die Technik, die einst durch Tesla berühmt wurde, ist laut der chinesischen Regierung ein Sicherheitsrisiko – und in China deshalb künftig verboten.
Wegen Sicherheitsbedenken und umständlicher Bedienung verbietet China versteckte Türgriffe an Autos. Die Behörden in dem Land mit dem weltgrößten Automarkt änderten dazu die entsprechenden Vorgaben, wie aus einer Mitteilung des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie hervorging.
Ab dem 1. Januar 2027 müssen Türen deshalb sowohl innen als auch außen über eine mechanische Entriegelungsmöglichkeit verfügen. Türgriffe, die in der Autotür verschwinden können und vor Betätigung automatisch herausfahren oder sich ausklappen , sind dann verboten.
Modelle, welche die Behörden bereits genehmigt hatten und kurz davorstehen, auf die Straße zu kommen, müssen die Hersteller bis 2029 umrüsten. Nicht betroffen ist die Kofferraumklappe.
Verbot könnte sich auf globalen Automarkt auswirken
In China waren zuletzt zunehmend Sicherheitsbedenken laut geworden, die Türgriffe könnten bei einem Unfall ihre Funktionstüchtigkeit verlieren. So war es im Oktober Rettungskräften in der Stadt Chengdu nicht gelungen, die Türen eines brennenden Xiaomi-Elektroautos zu öffnen.
Die neuen Vorgaben könnten Analysten zufolge nun Autobauer weltweit dazu veranlassen, die Gestaltung ihrer Fahrzeugtüren zu überdenken. Denn China entwickele sich auf dem schnell wachsenden Markt für Elektroautos immer mehr zum Vorreiter, der international die Standards setze, erklärte Automobilmarktexperte Bill Russo. Er gehe deshalb davon aus, dass die neuen Türvorschriften auch im Ausland, insbesondere in Europa, Nachahmer finden werden.
