Deutschland hat die älteste Arbeitsbevölkerung in der EU

Deutschland hat die älteste Arbeitsbevölkerung in der EU

Zwei Bäcker arbeiten in einer Backstube.

Stand: 03.02.2026 11:13 Uhr

Fast ein Viertel der Erwerbstätigen ist 55 Jahre und älter. Damit hat Deutschland im EU-Vergleich den größten Anteil älterer Beschäftigter. Für das Rentensystem ist das problematisch.

Deutschland hat die älteste Arbeitsbevölkerung in der Europäischen Union. Das ergibt eine Auswertung des Statistischen Bundesamts auf Basis von Daten der EU-Behörde Eurostat. Demnach sind 24 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland zwischen 55 und 64 Jahren. Das entspricht gut 9,8 Millionen der insgesamt 40,9 Millionen Erwerbstätigen.

Deutschland liegt damit deutlich über dem EU-Schnitt von 20,1 Prozent. Neben Deutschland haben auch Italien (23 Prozent) und Bulgarien (22,3 Prozent) einen hohen Anteil älterer Erwerbstätiger. In Malta (10,8 Prozent), Luxemburg (12,8 Prozent) und Polen (15,2 Prozent) arbeiten anteilig besonders wenig ältere Beschäftigte.

Renteneintrittsalter in Deutschland zuletzt bei 64,7 Jahren

Das Statistische Bundesamt nennt als Grund für den hohen Anteil älterer Beschäftigter in Deutschland die zunehmende Alterung der Bevölkerung. Außerdem würden durch die schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters Menschen in Deutschland immer später in Rente gehen. Bis 2029 wird das gesetzliche Renteneintrittsalter auf 67 Jahre angehoben.

2004 gingen laut Daten der Deutschen Rentenversicherung Frauen und Männer in Deutschland im Schnitt mit 63 beziehungsweise 63,1 Jahren in Rente. 2024 lag das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei Frauen und Männern bei 64,7 Jahren. Eine Rolle spiele außerdem, dass zwei Modelle einer vorgezogenen Altersrente ausgelaufen seien, die Menschen in Deutschland teilweise schon mit 60 Jahren nutzen konnten.

Auf das Rentensystem kommen “erhebliche Belastungen” zu

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnte schon Ende 2025 vor erheblichen Belastungen für das deutsche Rentensystem. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter werde in den kommenden 40 Jahren schrumpfen. “Daher wird die Verlängerung der Lebensarbeitszeit entscheidend sein, um die Renten in Zukunft zu finanzieren”, rät die OECD.

Gleichzeitig beziehen Ältere in Deutschland schon jetzt immer länger Rente, weil die Lebenserwartung steigt. 2024 bezogen Frauen in Deutschland im Schnitt 22,1 Jahre eine Rente, Männer 18,9 Jahre. 20 Jahre vorher lag die Dauer bei Frauen im Schnitt noch bei 19,5 Jahren und bei Männern bei 14,3 Jahren. Bis Ende der 2030er-Jahre wird der Anteil der Menschen im Rentenalter ab 67 Jahren in Deutschland von 20 Prozent auf über 25 Prozent steigen.

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