Irans Außenminister warnt, ein Krieg wäre “ein Desaster für alle”

Irans Außenminister warnt, ein Krieg wäre “ein Desaster für alle”

Abbas Araghtschi

Stand: 02.02.2026 09:29 Uhr

Nach den gegenseitigen Drohungen zwischen den USA und Iran stehen offenbar Verhandlungen im Raum. Irans Außenminister warnt: Ein Scheitern der Diplomatie hätte schwere Folgen – weit über beide Länder hinaus.

Martin Ganslmeier

Eine große Armada habe er in die Nähe des Iran geschickt, hatte US-Präsident Donald Trump noch am Freitag gedroht. Militärexperten in den USA spekulierten bereits, ob Trump ähnlich wie in Venezuela die politische Führung im Iran beseitigen wolle oder ob er die militärische Drohkulisse nur als Hebel für ein deutlich besseres Atomabkommen nutzt.

Trump will sich beide Optionen offen halten. Die Warnung des Ayatollah Ali Chamenei vor einem verheerenden Krieg in der ganzen Region ließ ihn unbeeindruckt. Klar sage Chamenei so etwas, so der US-Präsident am Wochenende. “Aber wir haben die größte Kriegsflotte zu ihnen geschickt. Hoffentlich machen wir einen Deal. Wenn nicht, werden wir herausfinden, ob er Recht hatte.”

Irans erwägt Verzicht auf Atomwaffen – unter Bedingungen

Trump will zunächst abwarten, ob die iranische Führung zu größeren Zugeständnissen bereit ist. Wenn nicht, könnten Militärschläge drohen. Medienberichten zufolge haben sich bereits am Freitag die Generalstabschefs der USA und Israels im Pentagon getroffen, um mögliche Szenarien abzustimmen. Ob die iranische Führung überhaupt zu einem neuen Atom-Deal bereit ist, wollten Journalisten an Bord der Air Force One wissen. “Ich weiß es nicht”, sagte Trump, “aber sie reden mit uns, und zwar ernsthaft.”

Direkte Gespräche zwischen Iran und USA gibt es bislang allerdings keine – sondern nur über Dritte. Vor allem Katars Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani vermittelt zwischen beiden Ländern.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte in einem Interview mit dem Sender CNN, für direkte Verhandlungen müsse erst wieder Vertrauen aufgebaut werden. Iran habe das Vertrauen in die USA als Verhandlungspartner verloren. “Wir müssen dieses Misstrauen überwinden.”

Die Gespräche über Vermittler bezeichnete Araghtschi als “fruchtbar” und versprach, Iran sei zu einem Verzicht auf Atomwaffen bereit: “Präsident Trump sagt, ‘keine Atomwaffen’. Damit sind wir komplett einverstanden. Das könnte ein sehr gutes Abkommen sein. Natürlich erwarten wir im Gegenzug den Wegfall von Sanktionen.”

Außenminister warnt vor Auswirkungen auf die Region

Trump fordert jedoch auch ein Ende des ballistischen Raketenprogramms im Iran sowie ein Ende der Unterstützung von Terrorgruppen wie Hamas und Hisbollah. Dazu scheint die iranische Führung bislang nicht bereit zu sein. Außenminister Araghtschi warnte bei CNN vor einem Scheitern der Diplomatie: “Wenn es zum Krieg kommt, wäre das ein Desaster für alle. Viele Länder in der Region wären dann betroffen. Das könnte sehr gefährlich sein.”

Iran habe aus dem Krieg im Juni seine Lehren gezogen, betonte der Außenminister. Tatsächlich warnen auch Militärexperten in den USA vor einem Flächenbrand in der Region. Eine in die Ecke gedrängte Führung in Teheran sei viel gefährlicher als das Regime in Venezuela.

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