Viele Stolpersteine auf dem Synodalen Weg

Viele Stolpersteine auf dem Synodalen Weg

Schriftzug "Der Synodale Weg" auf einem Aufsteller.


analyse

Stand: 01.02.2026 13:19 Uhr

Sechs Jahre lang hat die Katholische Kirche um Reformen gerungen. Was nach der letzten Vollversammlung des Synodalen Weges übrig bleibt, sind gut klingende Texte auf dem Papier und eine holprige Umsetzung.

Insgesamt 15 Texte hatten Bischöfe und Laien in fünf Synodalversammlungen gemeinsam verabschiedet, darunter neun konkrete Handlungstexte, etwa für Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare, die Beteiligung von Gläubigen an Bischofswahlen oder die Möglichkeit – auch für Frauen, in Messfeiern zu predigen.

Auf dieser letzten Tagung der Vollversammlung des Synodalen Weges wurde Bilanz gezogen: Was ist bisher von den Beschlüssen konkret an der Basis angekommen, was haben die Bischöfe in ihren Bistümern schon umgesetzt?

Fragebögen von vier Bischöfen ignoriert

Für den Bericht über die Umsetzung der Beschlüsse waren Fragebögen an die Bischöfe verschickt worden, die sie anonym ausfüllen mussten. Alle, die sich beteiligten, hatten mit der Umsetzung begonnen. 13 Bischöfe gaben beispielsweise an, dass in ihren Diözesen Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt werden.

Vier der 27 Bischöfe haben den Fragebogen aber ignoriert: Kardinal Woelki aus dem Erzbistum Köln und Bischöfe von Eichstätt, Regensburg und Passau, die gegen den Reformprozess schon in der Vergangenheit angekämpft haben.

Wut und Enttäuschung

Insgesamt ist die Bilanz ernüchternd: Viele Mitglieder der Synodalversammlung zeigten sich in Stuttgart enttäuscht bis wütend mit Blick auf die zahlreichen noch nicht in Angriff genommener Reformbeschlüsse.

Natürlich ist die Aufgabe, vor der die Bischöfe stehen, nicht leicht: Dass alles so schleppend vorankommt, kann verschiedene Ursachen haben. Bei der Aussprache in der Synodalversammlung wurden sie angesprochen.

Das können Beharrungskräfte in den Gemeinden sein, die sich mit bestimmten Neuerungen erst anfreunden müssen und verwaltungsrechtliche Fragen in den Bistümern, etwa bei der Einführung neuer Laiengremien.

Zögern wegen fehlender Zustimmung aus Rom

Was viele Diözesanbischöfe zögern lässt, ist die fehlende Zustimmung aus Rom zu bestimmten Beschlüssen. Dies betrifft etwa die Frage, ob Laien, also auch Frauen, in Messfeiern predigen dürfen oder inwieweit Laien ihren Bischof mitwählen dürfen. Aber das alles sind keine Entschuldigungen, sich entspannt zurückzulehnen und abzuwarten.

Der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes ärgert sich über den zynischen Vorwurf, der Synodale Weg sei nur ein bischöfliches “Täuschungsmanöver” oder “Beschäftigungstherapie” gewesen.

“Aber noch frustrierender ist, wenn Verantwortungsträger diese Kritik durch Passivität und unlauteres Durchlavieren noch bestätigen. Das spüren die Menschen und wenden sich ab”, so Hermes.

Haltung der Bischöfe entscheidend

Die Haltung der einzelnen Bischöfe gegenüber dem Synodalen Prozess ist entscheidend, also ob sie Reformen eher halbherzig angehen oder versuchen, die Dinge wo immer es geht und gegen alle Widerstände, voranzutreiben.

Es ist davon auszugehen, dass die einzelnen Bistümer stark unterschiedliche Geschwindigkeiten vorlegen. Ein direkter Vergleich ist momentan schwierig. Aber es wäre wichtig, dass sich das ändert.

Transparenz und Monitoring

Wenn eine künftige Synodalkonferenz diesen Prozess der Umsetzung vor Ort wirklich gut begleiten möchte, dann ist die Grundlage dafür ein fundiertes Monitoring und vor allen Dingen Transparenz.

Dies könnte so aussehen: konkrete Auskünfte darüber, wer was schon konkret umgesetzt hat, was gut funktioniert, welche Leuchtturmprojekte es gibt, an denen sich andere Bistümer orientieren können oder was kirchenrechtlich vor Ort schon möglich ist, auch ohne die Zustimmung Roms.

Für den ein oder anderen Bischof mag das unbequem werden, aber nur so kann der synodale Reformprozess weiter vorankommen.

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