Mehr als 200 Tote bei Minenunglück in der Demokratischen Republik Kongo

Mehr als 200 Tote bei Minenunglück in der Demokratischen Republik Kongo

Das Gelände der Coltan-Mine Rubaya in Nord-Kivu

Stand: 31.01.2026 09:16 Uhr

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind bei einem Erdrutsch in einer großen Coltan-Mine mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Die Gegend wird von der Milizengruppe M23 kontrolliert.

Bei einem Grubenunglück in Nord-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben von Rebellen mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte der Sprecher des von den Rebellen eingesetzten Provinzgouverneurs, Lumumba Kambere Muyisa, mit.

Augenzeugen zufolge hatte es bereits am Mittwochnachmittag einen ersten Erdrutsch an der Coltan-Mine Rubaya gegeben. Ein zweiter folgte demnach am Donnerstagmorgen. “Es hat geregnet, dann kam der Erdrutsch, der die Menschen weggespült hat. Einige wurden verschüttet, andere sind noch immer in den Schächten”, sagte ein Bergarbeiter.

Unter den Opfern sind laut Myuisa auch neben Bergleuten Kinder und Marktfrauen. Einige Personen seien mit schweren Verletzungen gerettet worden. Aus dem Umfeld des Gouverneurs hieß es, die Zahl der bestätigten Toten liege bei mindestens 227.

Mine unter Kontrolle der Rebellengruppe M23

In Rubaya werden rund 15 Prozent des weltweiten Coltans gefördert. Aus dem Erz wird Tantal gewonnen, ein hitzebeständiges Metall, das von Herstellern von Mobiltelefonen, Computern und Gasturbinen stark nachgefragt wird. Trotz des enormen Reichtums an Bodenschätzen zählt die Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo zu den ärmsten der Welt. Am Freitag waren an der Mine auch schon wieder Dutzende Männer und Frauen zu sehen, die ihre Arbeit mit einfachen Schaufeln fortsetzten.

Der Standort, an dem die lokale Bevölkerung für wenige Dollar pro Tag von Hand gräbt, steht seit 2024 unter der Kontrolle der Rebellengruppe M23. Den Vereinten Nationen zufolge plündert die M23 die Rohstoffe der Mine, um ihren Aufstand zu finanzieren. Dabei werde sie von der Regierung des benachbarten Ruanda unterstützt, was diese jedoch bestreitet.

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