Sorge vor militärischer Eskalation in Iran wächst

Sorge vor militärischer Eskalation in Iran wächst

Iraner nehmen an einer regierungsfeindlichen Demonstration in Teheran, Iran, teil. (Archivbild: 9. Januar 2026)

Stand: 30.01.2026 13:06 Uhr

Zehntausende Tote könnte es Schätzungen zufolge bei der brutalen Niederschlagung der jüngsten Proteste in Iran gegeben haben. Ein Angriff der USA steht weiterhin im Raum. Nun hat Präsident Trump sich erneut geäußert.

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, er hoffe, einen Angriff der US-Armee auf Iran vermeiden zu können. Eine weitere Flugzeugträgergruppe sei zwar auf dem Weg in die Region, doch “hoffentlich werden wir sie nicht nutzen müssen”, sagte Trump. Er habe bereits Gespräche mit Teheran geführt, weitere seien geplant.

Die USA hatten einen neuen Militäreinsatz gegen Iran nach dem brutalen Vorgehen gegen die Proteste Anfang Januar nicht ausgeschlossen. Kriegsschiffe, darunter der Flugzeugträger USS “Abraham Lincoln”, wurden in die Region entsandt. Bei dem gewaltsamen Vorgehen der staatlichen Einsatzkräfte gegen Demonstranten wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hrana mehr als 6.000 Menschen getötet. Andere Schätzungen gehen von bis zu 25.000 Toten aus.

Iran: Auf alle Szenarien vorbereitet

Irans Armeesprecher Amir Akraminia warnte die USA vor einem Angriff und drohte mit einem sofortigen Gegenschlag. Akraminia sagte der Nachrichtenagentur Tasnim, bei jedem noch so kleinen Angriff werde Iran reagieren, “mit möglicherweise für die USA unerwünschten Folgen.” Iranische Streitkräfte könnten US-Stützpunkte mit Drohnen, Raketen und anderen Waffen angreifen.

Ein militärischer Konflikt werde sich nicht auf einen kurzen Zeitraum begrenzen lassen, vielmehr könne sich der Konflikt auf die gesamte Region ausweiten. Akraminia erklärte, Einsatzpläne lägen bereits bereit und Befehle seien an die Streitkräfte übermittelt worden. Die beschädigten Luftabwehrsysteme habe die Armee nach dem Krieg vom Juni 2025 repariert oder ersetzt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat angeboten, in dem Konflikt zu vermitteln. Die Türkei sei bereit, “eine vermittelnde Rolle zwischen Iran und den USA zu übernehmen, um die Spannungen abzubauen und die Probleme zu lösen”, sagte Erdogan nach Angaben seines Büros während eines Telefonats mit seinem iranischen Kollegen Massud Peseschkian. Anlass des Gesprächs seien die “eskalierenden militärischen Spannungen in der Region” gewesen.

Expertin warnt vor Regimewechsel

Die Iran-Expertin Maha Yahya rät den USA zur Vorsicht bei möglichen Umsturzplänen. Ein “Regimewechsel” in Iran wäre äußerst kompliziert und hätte massive regionale Folgen, sagte die Direktorin des Carnegie Middle East Center dem US-Sender CNN. Der Oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei sei für viele Schiiten weltweit nicht nur politischer, sondern auch religiöser Bezugspunkt.

Ein Sturz könnte die religiösen Spannungen mit zumindest einem Teil der schiitischen Gemeinschaft weltweit verschärfen. Yahya verwies auf Nachbarstaaten mit schiitischen Minderheiten wie Afghanistan, Pakistan, Saudi-Arabien, die Türkei und den Irak.

Die Führung in Teheran stecke in einer Zwickmühle, so Yahya. Einerseits seien die US-Forderungen Bezug auf das Atomprogramm und die Urananreicherung “maximalistisch”. Andererseits würde ein Nachgeben der Regierung als Schwäche gelten und die eigene Legitimität weiter untergraben.

US-Präsident Trump verlangt von Iran, auf eine Urananreicherung vollständig zu verzichten. Außerdem fordern die USA, dass Iran die Reichweite seiner ballistischen Raketen begrenzt. Das lehnt die Führung in Teheran laut Informationen des US-Fernsehsenders CNN ab.

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